Listspinne

Listspinne (Pisaura mirabilis)

Klasse Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung Webespinnen (Araneae)
Familie
Raubspinnen (Pisauridae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00028
Spinne des Jahres 2002

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Im Jahr 2002 wurde die Listspinne von der Arachnologische Gesellschaft zur Spinne des Jahres bestimmt. Sie die häufigste Art in der Familie der Raubspinnen und zugleich die verbreitetste Jagdspinne in Europa überhaupt.

Der Körper der Listspinne hat eine braune Grundfärbung mit einem leicht hellen, wellenartig gezeichnetem Hinterkörper, welcher spitz nach hinten zusammenläuft. Die Männchen sind deutlich dunkler als die Weibchen gefärbt (die Fotos auf dieser Seite zeigen ausschließlich Weibchen). In der Mitte des Vorderköpers verläuft ein heller Strich (Foto), welcher sehr gut erkannt werden kann. Zudem besitzt die Listspinne zwischen den Augen zwei helle dreieckige Flecken welche nach unten zulaufen. Von ihrem Habitus und den Bewegungen ähnelt sie den Wolfspinnen, ist allerdings deutlich größer. Das Weibchen der Listspinne wird bis zu 15mm lang, während das Männchen nur eine Körperlänge von ca. 12mm erreicht.

Listspinne über Nest

In fast ganz Mitteleuropa kann man die Listspinne beobachten. Man findet ihre Reviere in Höhenlagen von bis zu 1.200 m, allerdings ist sie nur im Flachland häufig anzutreffen. Die Listspinne kommt überall häufig vor und ist nicht gefährdet. Man kann sie I.d.R. an niedriger Vegetation und Waldrändern entdecken. Hierbei bevorzugt sie sonnige Bereiche.

An sonnigen Tagen kann man die Listspinne daher häufig auf größeren Blättern liegen sehen. Die vorderen und hinteren Beinpaare hat sie dabei eng aneinander gedrückt, so dass sich zuweilen eine kreuzartige Ansicht bietet.

Die tagaktive Listspinne jagt vor allem Fliegen und ähnliche Kleininsekten. Dabei bedient sie sich nicht eines Netzes, sondern jagt die Insekten durch blitzschnelles zugreifen.

Zwischen Mai und Juli kann man reife Exemplare der Listspinne beobachten. Zum Ende des Frühjahrs beginnt die Paarungszeit der Listspinnen. Das Männchen fängt sich hierzu ein kleines Insekt und umspinnt es zu einem kleinen Paket. Mit diesem Paket nährt es sich vorsichtig dem Weibchen. Beisst das Weibchen an (im wahrsten Sinne des Wortes), ist die Chance des Männchens gekommen und es vollzieht die Paarung, während das Weibchen sein Geschenk verspeisst. Dieser „List“ verdankt die Art ihren Namen, insbesondere auch deshalb weil das Männchen versucht nach der Paarung, die Reste des Geschenkes wieder mitzunehmen. Im Gegensatz zu anderen Insekten (z.B. Skorpionsfliege), wo durch Futtergeschenke die Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt werden soll, geht es bei der Listspinne nur die Ablenkung des Weibchen, damit nicht das Männchen gefressen wird.


Listspinne mit Eikokon

Das Weibchen trägt die Eier (einige Hundert) in einem Kokon unter ihrem Körper ständig herum und kann während dieser Zeit auch keine Nahrung aufnehmen. Nach einige Wochen spinnt sie ein großes Gespinnst (Foto) und hängt es an Blättern o.ä. auf. Dieses Gespinnst wird vom Weibchen durchgehend bewacht. Hier schlüpfen nun die jungen Listspinnen und häuten sich zweimal. Bereits nach der ersten Häutung reisst das Weibchen ein Loch in das Gespinnst, so dass einzelne Jungspinnen es verlassen, aber bei Gefahr immer wieder zu einem „Knäuel“ zusammenfinden können. Nach der zweiten Häutung verlassen sie endgültig das Nest und überwintern als Jungspinnen.

Daher kann man an warmen Tagen im Winter gelegentlich einzelne Listspinnen beobachten, bei denen es sich zumeist um Jungspinnen handelt, welche sich in den Kälteperioden im Laub oder Bodenritzen verkriechen.

junge Listspinnen
Jungspinnen im Nest



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