Gemeine Binsenjungfer

Gemeine Binsenjungfer (Lestes sponsa)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
Familie: Teichjungfern (Lestidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00024

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Die gemeine Binsenjungfer ist die Teichjungfernart schlechthin. Sie gehörtzu den zwei häufigen Arten dieser Familie. Wie alle Arten der Gattung Lestes gehört sie zu den kleineren und zierlichen Kleinlibellen. Die Färbung des Körpers wird bestimmt von metallischen Farbelementen die zwischen grün, kupferrot und braun variieren. Die Männchen entwickeln in der Reifephase zusätzlich eine bläuliche Wachsbereifung. Hieran lässt sich die gemeine Binsenjungfer deutlich von der glänzenden Binsenjungfer (L. dryas)unterscheiden. Bei der gemeinen Binsenjungfer ist das zweite Hinterleibssegment immer vollständig bereift, während bei L. dryas die Bereifung nur bis zur Hälfte des zweiten Hinterleibsringes reicht. Die Männchen besitzen eine mehr bläulich-grün schimmernde Grundfärbung, während man die Weibchen häufiger in rötlichen Färbungen sieht, da ihnen die Wachsbereifung fehlt.

Die Flügelmale sind dunkel-braun bis schwarz gefärbt, damit unterscheidet sich L. sponsa von fast allen Lestes-Arten, die i.d.R. helle Fügelmale besitzen. Nur L. dryas besitzt ähnlich dunkel gefärbte Fügelmale.

Die Körperlänge beträgt ca. 35 bis 40mm, wobei die Weibchen etwas kleiner als die Männchen sind. Die Flügelspannweite kann bis zu 50mm erreichen. Im Gegensatz zu vielen Kleinlibellen sind die Flügel der Lestes Arten in den Ruhephasen nur selten eng angelegt, sondern meist leicht gespreizt.

Die gemeine Binsenjungfer zeichnet sich durch eine sehr starke Verbreitung aus. Sie ist zwischen der europäischen Atlantikküste bis nach Japan anzutreffen, wobei sie i.d.R. die nördlichen Breitengrade bevorzugt. Im Mittelmeerraum ist sie kaum anzutreffen, um so typischer ist der nördlichste Fund nahe des Polarkreises.


Weibchen der gemeinen Binsenjungfer

Lestes sponsa ist vor allem deshalb so erfolgreich, weil es ihr gelingt sich an Umgebungen aller Art anzupassen. Man findet sie an Seen, Mooren, Brackwasser und an strömenden Gewässern. Hilfreich sind hierbei die Besonderheiten der Eiablage dieser Art, die Eier werden im weiche Gräser abgelegt, so dass auch neu entstehende Teiche sofort besiedelt und die gemeine Binsenjungfer damit zu den typischen Pionierarten gezählt werden
kann.

Große Vorkommen kann man an nährstoffarmen Binsengewässern wie z.B. Hochmooren beobachten, insbesondere wenn keine Fische diese Gewässer besiedeln. Auch an ein Austrocknen von den kleinen Gewässern hat sich diese Art durch eine kurze Entwicklungszeit der Larven angepasst.

Zur Eiablage begeben sich Männchen und Weinchen gemeinsam. Die Eier werden "in Reihe" in weiche Gräser oder andere Pflanzengewebe gestochen. Dabei wandert das Paar an dem Halm bis unter die Wasseroberfläche, um die Eier einzustechen. Dort bleiben sie ca. 15 - 30 min und atmen durch eine Luftschicht an ihrem Körper, welche sie mit unter Wasser genommen haben.

Die Eier überwintern im Pflanzengewebe. Im April des Folgejahres schlüpfen die Larven. Binnen zwei Monaten die Larven ihre Entwicklung abgeschlossen, so dass ab Anfang Juni die ersten Exemplare schlüpfen. Diese extrem kurze Entwicklungszeit der Larven ermöglicht der gemeinen Binsenjungfer auch die Besiedlung ungünstiger Biotope.

Bis zum September dauert die normale Flugzeit dieser Art. In einem warmen Herbst kann man sie aber auch im Oktober noch beobachten.



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