Große Königslibelle

Große Königslibelle (Anax imperator)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung:
Großlibellen (Anisoptera)
Familie: Edellibellen (Aeshnidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00015

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Die große Königslibelle ist eine der größten und schönsten Libellen in Europa. Allerdings ist ihre Verbreitung nach Norden hin begrenzt und sie wird schon auf Höhe der Nordsee selten. Sie wird bis zu 85mm lang und Ihre Flügelspannweite kann 120 mm umfassen. Die Königslibelle kann leicht an ihrem blauen Hinterleib und der intensiv grünen Brust sicher erkannt werden. Die Brust ist einheitlich gefärbt ohne Streifen und Binden. Der Hinterleib der Männchen wird von einem schwarzen Streifen durchbrochen (Bild), dieser Streifen ist bei den Weibchen mehr braun gefärbt.

Ab Anfang Juni kann man sie an vielen stehenden Gewässern bewundern. Sie ist häufig zu sehen und nicht gefährdet. Besonders stark bewachsene Gewässer mit viel Sonneneinstrahlung ziehen die große Königslibelle an, wobei sie an die Art des Bewuchses keine großen Anfordferungen stellt. Sie fliegt bis in den späten September hinein.


Weibchen bei der Eiablage

Wie alle Edellibellen ist die Königslibelle extrem selten sitzend zu sehen. Zumeist jagt sie ausdauernd auf der Suche nach Insekten durch die Lüfte. Dabei werden auch Rivalen und andere Großlibellen vertrieben. Oftmals werden andere Libellen selber Opfer der Königslibelle, so dass am Ende des Sommers die Königslibelle die Gewässer fast für sich allein hat. Häufig sieht man die Königslibelle in "Gefechten" mit den Männchen der Blaupfeile und Plattbäuche durch die Luft schiessen, dabei werden z.T. sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht. Schließlich ist die Königslibelle eines der schnellsten Fluginsekten.

Das Jagdverhalten der Segellibellen, von einer Ansitzwarte aus zu jagen, ist ihr fremd. Sie jagt ausschließlich aus dem Flug, während sie ihr Revier abfliegt. Hin und wieder sieht man die Königslibellen auch über umliegende Wiesen fliegen. Nur zum Verspeisen eines Opfers lässt sie sich nieder; zumeist in Büsche oder Bäume, wo sie sich durch ihre großen Flügel fast "auflöst" und nicht zu erkennen ist, auch wenn man unmittelbar vor ihr steht.


Foto: Carlos Methfessel

Die Paarung der großen Königslibelle findet zumeist in Bäumen oder Büschen statt und kann sich bei Störungen bis in die Spitzen der Bäume verlagern.

Die Eiablage von Edellibellen unterscheidet sich grundsätzlich von denen anderer Großlibellen. Die meisten Großlibellen legen ihre Eier exophytisch ab, d.h. sie werden meist knapp über der Wasseroberfläche abgeworfen. Die Weibchen werden dabei von den Männchen in der Luft "bewacht". Ganz anders dagegen die Edellibellen, bei ihnen erfolgt die Eiablage durch das Weibchen allein, kein Männchen ist dabei zu sehen. Die Eiablage erfolgt endophytisch, d.h. die Eier werden in auf dem Wasser schwimmende Pflanzengewebe eingestochen. Daher ist die Legeröhre der Weichen bei den Edellibellen sehr gut ausgebildet, während sie bei den sonstigen Großlibellen stark zurückgebildet ist. Zum Einstechen in das Pflanzengewege ist häufig ein Druck notwendig, welcher bei Kleinlibellen durch das Männchen ausgeübt wird. Bei den Edellibellen erzeugt das Weibchen durch intensives Flügelschlagen während der Eiablage (Foto) ausreichend Gegendruck, um auch in festes Gewebe einzustechen. Diese Eiablage kann bis z.T. über mehrere Stunden hinziehen.

Etwa 4 Wochen nach der Eiablage schlüpfen die "Prolarven" . Die Entwicklung dauert ein Jahr, so dass jedes Jahr nur eine Generation fliegt. Erstaunlicherweise schlüpfen alle Königslibellen einer Generation in einem Biotop fast gleichzeitig.


Foto: Manfred Grabs



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