Schlüsselblume

Frühlings-Schlüsselblume (Primula veris L. syn Primula officinals L.)

Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00009

Siehe auch: Arzneipflanzen

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Die Schlüsselblume kommt in ganz Europa und Vorderasien vor. Man findet sie vor allem auf sonnigen Wiesen, lichten Gebüschen und Nadelwäldern. Dabei liebt die Schlüsselblume lockeren und kalkhaltigen Boden. Bereits ab Ende März können erste Schlüsselblumen entdeckt werden, welche bis in den Mai hinein blühen. Zusammen mit dem Gänseblümchen und dem Wiesenschaumkraut bildet die Schlüsselblume die ersten Farbtupfer auf den Frühjahrswiesen. Die Blüte ist goldgelb und orange gefleckt; die Blütenkrone ist glockig geformt. Auffällig ist der blattlose Blütenstengel, den eine vielblütige Dolde abschließt. Die Blätter sind rosettenartig länglich und leicht gerunzelt. Häufig findet man die Blätter nach innen eingerollt. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von bis zu 30 cm und treten meist in kleineren Staudengemeinschaften auf. Die Schlüsselblume ist zwar in Deutschland streng geschützt, wird aber in großen Mengen als pflanzliches Arzneimittel verarbeitet und dazu importiert; dabei werden vor allem in südlichen Ländern (vor allem in der Türkei) die Wildbestände ausgerottet. Die Schlüsselblume ist ein gutes Beispiel für den Rückgang ehemals weit verbreiteter Pflanzen unserer Heimat.

Schlüsselblume Nahaufnahme

Die Schlüsselblume zeichnet sich durch eine kleine botanische Besonderheit aus. Es gibt an dieser Pflanzenart Exemplare mit Blüten die kurze Griffeln besitzen und solche mit sehr langen Griffeln. Diese Heterostylie dient zur Vermeidung von Selbstbestäubung und Förderung der Fremdbestäubung. Die Bezeichnung Schlüsselblume ist durch die Ähnlichkeit der Blütendolde mit einem Schlüsselbund entstanden.

Anwendung als Heilpflanze

1. Primelblüten

Inhaltstoffe:
Wenige Saponine, dafür mehr Flavonaoide (Gossypetin, Quercetin etc.) und Carotinoide.

Anwendungsgebiete:
Primelblüten werden als mildes Expektorans bei Husten und Erkältung genutzt.

Teezubereitung:
Ca. 3 Gramm Blüten mit heißem Wasser übergiessen und max. 10 min ziehen lassen.

Wie die Primelwurzel werden auch die Primelblüten in vielen Fertigarzneimittel der Antitussiva genutzt.

Schlüsselbund der Schlüsselblume

2. Primelwurzel
Besteht aus den getrockneten unterirdischen Organen; dem Rhizom und der ansitzenden Wurzel.

Inhaltstoffe:
Vor allem Triterpensaponine (bis 10%, vor allem Primulasäure A), Phenolglykoside (Primulaversosid). Insbesondere der fermentative Abbau des Primulaverosids führt zu dem typischen Geruchsstoffen (5-Methoxy-salicylsäureester). Primula veris enthält nur ganz geringe Mengen an Gerbstoffen.

Anwendungsgebiete:
Aufgrund des hohen Saponingehaltes wird die Primelwurzel vor allem als Expektorans (sekretolytisch und -motorisch) zum Abhusten bei Bronchitis, Katarrhen der Atemwege, sowie diversen Erkältungskrankheiten genutzt.

Teezubereitung
1/2 Gramm Droge wird grob zermahlen und und mit kaltem Wasser angesetzt. Danach kurz Sieden und 5 min ziehen lassen.

In Arzneizubereitunge wird die Primelwurzel häufig in Erkältungstees genutzt. Weitaus öfter jedoch in Auszügen wie z.B. Tinkturen oder pflanzlichen Fertigarzneimitteln.

In der Volksmedizin wird die Primelwurzel auch bei Asthma, Gicht und neuralgischen Beschwerden genutzt. Daneben wirkt die Primelwurzel leicht harntreibend und abführend.



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