Grosser Blaupfeil

Großer Blaupfeil (Orthetrum cancellatum)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Familie: Segellibellen (Libellulidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00005

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Der Blaupfeil ist eine der häufigsten und auffälligsten Libellen bei uns in Deutschland. Er fliegt zwischen Anfang Juni und September. Man findet ihn an stehenden Gewässern, die kleine freie, oft steinige Uferzonen oder Strände aufweisen. Besonders häufig findet man ihn an kleinen Baggerseen oder Fischteichen. Er besitzt eine Flügelspannweite von bis zu 10 cm und eine Körperlänge von 5 cm. Das Männchen hat einen blau bereiften Abdomen (Hinterleib), welcher im Bereich der letzten 3 Segmenten schwarz gefärbt ist. Die Flügel tragen keine Einfärbung. Das Pterostigma ist bei beiden Geschlechtern schwarz gefärbt. Das Weibchen hat einen dunkelgelben Hinterleib mit 2 Längsbinden. Allerdings kann sich dieser bei älteren Weibchen auch mit einer blauen Wachsschicht überziehen. Bei beiden Geschlechtern ist der Thorax (Brustkörper) braun gefärbt. Ganz typisch für den großen Blaupfeil ist das Anheben des ersten Beinpaares beim Sitzen, soweit die Gegebenheiten dies zulassen.

Wie alle Segellibellen jagt der Blaupfeil von einer festen Ansitzwarte. Diese wählt er zumeist in Bodennähe direkt am Gewässer aus, den dort ist er zum Insektenfang gut getarnt. Alle anderen Großlibellen werden konsequent vertrieben, dies gilt auch für die z.T. viel größeren Edellibellen (z.B. große Königslibelle). Zu diesem Zweck fliegt er auch häufig kleine Patrouillenflüge an seinem Revier. Der Blaupfeil ist recht scheu und hat eine große Fluchtdistanz. Die anderen Segellibellen sitzen eine Ebene höher auf Pflanzenstengeln oder anderen hohen Ansitzen.

Auch während des Fluges befindet sich der Blaupfeil direkt über der Wasseroberfläche, während andere Libellen meist 1/2 Meter höher fliegen. Sichtbar ist fast ausschließlich das Männchen. Die Weibchen sind nur bei der Paarung und kurz danach zu sehen. Die Weibchen jagen später am Abend. Ein Auftauchen des Weibchens am Tage führt i.d.R. sofort zu einer Paarung mit dem jeweiligen Männchen des Reviers.

Die Paarung wird zunächst im Flug vollzogen und findet dann später ihr Ende am Boden oder an einem festen Halt. Die Paarung selber dauert ca. 5 bis 10 min. Sofort nach der Paarung beginnt das Weibchen mit der Eiablage, bewacht durch das Männchen. Die Eiablage erfolgt exophytisch; mit wippenden Bewegungen werden die Eier auf die Wasseroberfläche an Ufernähe abgeworfen.

Nach der Eiablage wird das Weibchen vom Männchen in nahe Büsche oder Bäume geleitet. Kurze Zeit später findet schon die nächste Paarung statt. Das Weibchen scheint dabei auf das Männchen zu warten. Bei der Paarung klammert sich das Weibchen sehr fest an den Hinterleib des Männchens, so dass dort die Wachsschicht sich zunehmend abreibt und nur noch kleine Bereiche blau gefärbt sind.

Innerhalb weniger Wochen schlüpfen die Larven, die uneingegraben auf dem Gewässergrund leben und denen der Plattbäuche ähneln. 2 bis 3 Jahre nach der Metamorphose, schlüpft dann die nächste Blaupfeil-Generation.



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Großer Blaupfeil

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