Zitterspinne

Große Zitterspinne (Pholcus phalangioides)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie:
Zitterspinnen (Pholcidae)

Autor: Marko König
Mail: markokoenig@yahoo.de
Website: http://www.koenig-naturfotografie.com

Dokument: MAK 00008
Spinne des Jahres 2003

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Diese Spinne ist bestimmt jedem schon einmal - bewusst oder unbewusst - begegnet. Sie kommt bei uns oft sehr zahlreich in Gebäuden vor. Besonders Heizungskeller sind beliebte Orte, aber auch in Wohnungen kann man sie immer wieder finden. Typisch sind der mit ca. 1cm recht kleine Körper und die im Verhältnis dazu überlangen dünnen Beinen. Immer mal wieder wird sie mit einem Weberknecht (eigene Ordnung: Opiliones) verwechselt. Im Gegensatz zu diesem besitzt sie aber den für Spinnen typischen zweigeteilten Körper (bei Weberknechten nur ein Abschnitt) und 8 Punktaugen (bei Weberknechten 2).

Außerdem sind Weberknechte selten in Gebäuden anzutreffen.


Weberknecht

Zitterspinnen weben meist im Deckenbereich ein unregelmäßiges Netz. Gerät ein Beutetier dort hinein eilt die Spinne herbei und wickelt es blitzschnell mit Spinnfäden ein. Dazu werden mit den langen Hinterbeinen Spinnfäden aus den Spinnwarzen gezogen und regelrecht über die Beute geworfen. Selbst die recht großen und wehrhaften Winkelspinnen (Tegenaria spec) werden so überwältigt. Der Giftbiss erfolgt meist erst danach, manchmal aber auch vorher. Anschließend wird ein Verdauungssekret in die Beute injiziert und der entstandene Nahrungsbrei mittels Saugmagen eingeschlürft.

Ihren Namen verdankt die Spinne einer Eigenart um Feinden zu entgehen. Sie versetzt nämlich bei Gefahr ihren ganzen Körper in ruckartige Schwingungen („Zittern“). Dadurch verschwimmen die Konturen des Körpers mit der Umgebung und die Spinnen kann schwer ausgemacht werden. Außerdem ist sie wie andere Spinnen auch in der Lage Beine an sogenannten Sollbruchstellen abzuwerfen (Autotomie). Häutet sich die Spinne danach noch, so werden die Gliedmaßen sogar teilweise nachgebildet.

Zitterspinnen betreiben regelrechte Brutfürsorge. Die Weibchen umschnüren die Eier mit wenigen Fäden und tragen diesen Kokon dann zwischen den Kieferklauen (Cheliceren) umher.

Schlüpfen die Jungen dann werden sie nach kurzer Zeit im Netz abgesetzt und sich selbst überlassen.

Zitterspinnen können bis zu 3 Jahre alt werden. Neben Pholcus phalagioides kommen in Mitteleuropa noch drei weitere Arten der Familie vor.



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