Zwergfledermuas

Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Glattnasen (Vespertilionidae)

Autor: Marko König
Mail: markokoenig@yahoo.de
Website: http://www.koenig-naturfotografie.com

Dokument: MAK 00005

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Mit nur etwa 20 cm Flügelspannweite und einem Gewicht von ca. 5 Gramm ist sie wirklich ein Zwerg unter den europäischen Fledermausarten. Daneben ist für die Art ein die gesamte Gattung Pipistrellus kennzeichnender kommaförmiger Ohrdeckel (Tragus) typisch.

Sie zählt bei uns zu den gebäudebewohnenden Fledermäusen. Allerdings bezieht sie im Sommer als Tagschlafquartier nicht wie das Große Mausohr Dachböden im inneren der Gebäude sondern meist enge Spalten, Fugen und Ritzen an der Außenseite. Besonders Hohlräume mit einer Breite von nur ungefähr 2 cm hinter Wanderkleidungen aus Eternit, Holz oder Schindeln werden gern angenommen.

Zwergfledermaus im Flug

Hinweise auf ein von Zwergfledermäusen besetztes Quartier liefern neben dem Kot unterhalb des Quartiertes auch einzelne Kotkrümel im Bereich der Öffnung durch die sie einfliegen. Diese werden nämlich von Zwergfledermäusen während des frühmorgendlichen Schwärmens um und Einfliegen in das Quartier an die Wand geschleudert. Da der Kot schnell trocknet und wegen der vielen unverdaulichen Chitinteile stark bröselig ist lässt er sich leicht wieder entfernen und stellt im übrigen einen guten Blumendünger dar. Zur Hauptnahrung der Zwergfledermäuse zählen Mücken und kleine Nachtfalter die sie oft auch im Flug um Straßenlampen erbeuten, von deren Licht die Insekten angelockt werden.

Mit der Quartierwahl haben sich Zwergfledermäuse eigentlich recht gut an den Menschen angepasst. Allerdings finden auch sie immer weniger geeignete Unterschlüpfe, da Spalten leider häufig vergittert oder verschlossen werden. Hier kann man den Tieren mit sogenannten Fledermausbrettern helfen.

Etwa ab Mai finden sich Fledermausweibchen zu mehreren in Quartieren, den Wochenstuben, zusammen um hier ihre Jungen zu gebären. Eine Gruppe hat den Vorteil, dass sich die Weibchen gegenseitig wärmen können und somit nicht zuviel Eigenenergie aufbringen müssen. Die Jungen kommen nackt und blind zur Welt und werden auch erst nach etwa 3 – 4 Wochen flugfähig. Ihre Füße sind allerdings bei der Geburt bereits so weit entwickelt, dass sie sich in fledermaustypischer Art mit dem Kopf nach unten hinhängen können. Gerade geborene Zwergfledermäuse haben etwa die Größe einer Hummel und wiegen nur etwas mehr als 1 Gramm.



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Zwergfledermaus

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