großes Mausohr

Großes Mausohr (Myotis myotis)

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Glattnasen (Vespertilionidae)

Autor: Marko König
Mail: markokoenig@yahoo.de
Website: http://www.koenig-naturfotografie.com

Dokument: MAK 00004

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Bezüglich der Wahl ihrer Sommerquartiere ist sie bei uns die „Kirchenfledermaus“ schlechthin. In deren Dachstühlen verbringen Mausohren nämlich in vielen Fällen den Tag. In den sechziger und siebziger Jahren ist die Mausohrpopulation in Mitteleuropa unter anderem deshalb stark zurückgegangen, weil Kirchen renoviert und mit auch für die Fledermäuse schädlichen Holzschutzmitteln behandelt wurden. Aufgrund intensiver Schutzbemühungen von Fledermausschützern und gezielter Aufklärungsarbeit – alle Fledermausarten stehen gesetzlich unter Schutz – haben sich die Großen Mausohren mittlerweile wieder einigermaßen erholt.

Im Süden Europas werden von ihnen im Sommer Höhlen als Tagschlafquartiere bezogen.
Den Winter verbringen Mausohren in der Regel unterirdisch. Naturhöhlen, Bergwerkstollen, oder Eiskeller werden aufgesucht um Winterschlaf zu halten. Wichtige Bedingungen für geeignete Unterschlüpfe sind hohe Luftfeuchtigkeit, damit die Tiere nicht austrocknen und eine Temperatur zwischen 0°C und 10° C. Während des Winterschlafs laufen die Stoffwechselaktivitäten nur sehr verlangsamt ab. So kann es vorkommen, dass eine Fledermaus dann nur noch einmal in der Stunde atmet.

Wichtig ist, dass die Tiere während dieser Zeit nicht gestört werden. Wachen sie nämlich auf, wird der Stoffkreislauf hochgefahren und das kostet eine Menge Energie. Geschieht dies zu oft, kann es den Tot der Fledermäuse bedeuten. Aus diesem Grund sind viele Winterquartiere vergittert.

Als Jagdgebiet wird der Wald stark genutzt. Hier kann man sie besonders in hallenartigen Laubwäldern mit wenig oder fehlender Bodenvegetation antreffen. Dies hat den Grund, dass Mausohren ihre Hauptbeute - die Laufkäfer - beim dichten Flug über dem Laub im Wesentlichen am Rascheln ausmachen. Wird ein Laufkäfer gegriffen, gibt er zur Abschreckung ein gelbliches Sekret mit eigentümlichem Geruch ab. Daher haben die Mausohren oft derart gefärbte Schnauzenpartien und die Tiere selbst und auch ihr Kot strömen diesen Geruch aus. Der in den Quartieren unter den Hangplätzen auffindbare Kot der Fledermäuse ähnelt sehr den Hinterlassenschaften von Mäusen. Im Unterschied zu diesen ist er aber - bestehend aus vielen kleinen unverdaulichen Chitinreste der Nahrungstiere - leicht bröselig und glitzert. Mäusekot dagegen lässt sich aufgrund dem hohen Anteil an pflanzlicher Nahrunge nicht zerkrümeln.

In ihren Quartieren hängen sich Fledermäuse so wie dieses Tier mit dem Kopf nach unten hin. Dabei ist keinerlei Kraftanstrengung nötig, da sie sich über einen Sehnenmechanismus im Fuß durch ihr eigenes Gewicht nach unten ziehen und die Krallen sich im Untergrund einhaken. Das Große Mausohr ist mit einer Spannweite von über 40 cm und einem Gewicht von etwa 35 g unsere größte Fledermausart. Mausohren besitzen wie alle Myotis-Arten einen spitzen Ohrdeckel, der nicht ganz die Hälfte der relativ langen und breiten Ohren erreicht.



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