Bechsteinfledermaus

Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Glattnasen (Vespertilionidae)

Autor: Marko König
Mail: markokoenig@yahoo.de
Website: http://www.koenig-naturfotografie.com

Dokument: MAK 00001

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Die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) zählt zu den waldbewohnenden Fledermausarten . Ihr Vorkommen ist auf die gemäßigten Zonen Europas begrenzt und der Verbreitungsschwerpunkt befindet sich in laubbaumreichen Regionen Mitteleuropas. Hier bezieht sie ihre Sommerquartiere typischer Weise in Baumhöhlen. Quasi als Ersatz werden immer wieder auch Vogelnistkästen angenommen. Diese stellen jedoch keine wirkliche Alternative dar, da ein mit alten Bäumen und dadurch höhlenreich strukturierter Wald zugleich auch ein Jagdgebiet bietet und ein Quartierverbundsystem darstellt, welches diese häufig wechselnde Fledermausart benötigt. Somit bietet vor allem der Erhalt und die Förderung von Laub- oder Mischwälder mit vielen alten und höhlenreichen Bäumen eine sinnvolle Schutzmöglichkeit.

Wie andere Fledermausarten auch überdauert sie in diesen Quartieren den Tag und verfällt in Lethargie, ein winterschlafähnlicher Zustand, bei dem die Körperfunktionen gedrosselt sind. Etwa bei Sonnenuntergang wachen sie dann auf, beginnen sich warm zu zittern und zu putzen. Zur Fellpflege werden die Fußkrallen kammähnlich eingesetzt. Sehr intensiv wird auch die Flughaut zur gleichzeitigen Durchblutung regelrecht durchgeknabbert und dabei mit einem fetthaltigen Sekret aus Drüsen im Schnauzenbereich eingerieben. In der späten Dämmerung fliegen sie dann aus, um Insekten und ab und zu auch andere Gliederfüßer wie Spinnentiere zu erbeuten.

Dabei finden sich die Fledermäuse mit einem Echoortungssystem zurecht. Sie stoßen hochfrequente und für uns meist nicht hörbaren Laute aus und können aufgrund der zurückgeworfenen Schwingungen sowohl die Existenz eines Gegenstandes als auch die Richtung und die Entfernung zu ihm erfassen. Teilweise werden dabei sogar Oberflächenstrukturen wahrgenommen. Mit diesem Sonarsystem wird auch die Beute geortet. Es gibt einige Fledermausarten – zu denen die Bechsteinfledermaus zählt – die daneben die Beute auch aufgrund ihrer Krabbelgeräusche wahrnehmen können. Sie ist außerdem als sogenannte „Gleanerart“ in der Lage, ähnlich wie ein Falke zu rütteln, und somit in der Luft stehend Beute von der Vegetation abzulesen.

Typische Merkmale der Bechsteinfledermaus sind die recht langen und breiten Ohren und der für die gesamte Gattung Myotis typische spitze Ohrdeckel (Tragus), der bei ihr etwa die Hälfte der gesamten Ohrlänge erreicht. Mit einer Flügelspannweite von ca. 27 cm gehört sie zu den mittelgroßen heimischen Arten. Mit dem auf dem Bild gezeigten offenen Maul will das Tier nicht etwa drohen sondern es versucht sich durch Echoortung zu orientieren. Die spitzen Zähne werden benötigt, um die Chitinpanzer der erbeuteten Gliederfüßer zerkleinern zu können.



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