Silbermoos

Silber-Birnmoos - Silbermoos (Bryum argenteum Hedw.)

Abteilung: Moose (Bryophyta)
Klasse: Laubmoose Musci (Bryopsida)
Familie: Bryaceae

Autor: Michael Lüth
Mail: Michael Lüth
Website: http://www.milueth.de
mit vielen weiteren Moosbildern

Dokument: LM 00008

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Fruchtende Pflanzen auf einem kiesigen Parkplatz.

Ökologie
Das Silbermoos wird gelegentlich auch "Pflasterritzenmoos" genannt, da diese Pionierart selbst auf befahrenen und betretenen Straßen und Plätzen zwischen Pflastersteinen und selbst in Ritzen von Asphalt noch vorkommen kann. Natürliche Standorte sind übererdete Felsabsätze und Schlammablagerungen an Seen und Flüssen. Daneben gibt es zahlreiche Sekundärstandorte wie Wegränder, Parkplätze, Industriebrachen, Böschungen, Lehmäcker u.a. Das Moos wächst meist direkt auf Erde, oder in Ritzen von Stein, Beton und Asphalt, aber auch Plastik, Leder und Gummi werden gelegentlich besiedelt. In diesen Ritzen findet sich immer eine dünne Schicht an Feinerde.


Ritzen in Teerbelag am Rand einer Straße im tropischen Brasilien.

Die nach oben hin chlorophyllfreien Blätter geben den Pflanzen das silbrige Aussehen und sind eine Anpassung an starke Sonneneinstrahlung. Das verschafft der Art an sonnigen Standorten einen Konkurrenzvorteil gegenüber anderen Arten. Im Schatten schwindet dieser Vorteil und das Silbermoos wird von anderen Arten verdrängt.

Verbreitung
Deutschland: Bryum argenteum ist in Deutschland eines der häufigsten Moosarten und außerhalb dichter Wälder fast in allen Lebensräumen zu finden. Die Art ist gegenüber Schadstoffen wenig empfindlich und findet sich auch im Zentrum großer Städte und im Bereich von Industrieanlagen.

Allgemein: Auf allen Kontinenten (einschließlich Antarktis) verbreitet. Aus tropischen Regionen genauso bekannt wie in der nivalen Stufe der Hochgebirge. Weltweit vermutlich die am weitesten verbreitete Moosart.


Mit Rohboden übererdeter Felsen, ein natürlicher Standort des Silbermooses.

Erkennungsmerkmale
Bryum argenteum bildet lockere bis dichte, weißlichgrüne bis silberweiß gefärbte Rasen und Polster von wenigen mm bis zu 2 cm Höhe. Die einzelnen Stämmchen sind wurmförmig, drehrund beblättert. Die einzelnen Blättchen sind hohl und liegen trocken wie feucht dem Stämmchen dachziegelig an. Die Form der Blättchen ist breiteiförmig und nach oben plötzlich zu einem längeren Spitzchen verschmälert. Die Blattzellen sind insgesamt chlorophyllarm und im oberen Teil hyalin (chlorophyllfrei). Sporenkapseln bilden sich an den zweihäusigen Pflanzen zwar nicht immer, sind aber doch nicht selten. Die in reifem Zustand dunkelroten, eiförmigen, hängenden Sporenkapseln bilden sich in den Wintermonaten auf einem 1-2 cm langen, roten Kapselstiel.

Verwechslungsmöglichkeit
Die wurmförmig beblätterten Stämmchen mit den silbrig-weißen Blättchen machen diese Art zu den leicht zu erkennenden Arten. Es gibt nur noch eine andere Art (Plagiobryum zierii) die dieses Merkmal aufweist. Diese ist aber sehr selten und nur in Felsschluchten im Hochgebirge anzutreffen. Ein deutliches Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Arten ist die Kapselform. Plagiobryum besitzt sehr langgestreckte und waagrecht abstehende Sporenkapseln (siehe Bild).


Plagiobryum zierii



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