Seidenmoos

Seidenmoos (Homalothecium sericeum)

Abteilung: Moose (Bryophyta)
Klasse: Laubmoose Musci (Bryopsida)
Familie: Brachytheciaceae

Autor: Michael Lüth
Mail: Michael Lüth
Website: http://www.milueth.de
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Dokument: LM 00006

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Der (bei Trockenheit) seidige Glanz der Pflanzen gibt der Art den Namen.

Ökologie
Das Seidenmoos findet man vor allem an mehr oder weniger schattigen Mauern. Hier werden hauptsächlich die senkrechten Flächen besiedelt. Natürliche Vorkommen gibt es an schattigen Kalkfelsen und an Bäumen mit basenreicher Borke.


Das Seidenmoos findet man häufig an senkrechten, schattigen Mauerflächen. Auffällig sind die in trockenem Zustand sichelförmig nach oben gebogenen Seitenäste.

Verbreitung
Deutschland: Durch die Vorkommen an Mauern ist die Art im ganzen Land verbreitet und häufig. Auch die epiphytischen Vorkommen an Bäumen sind weit verbreitet und häufig, die Vorkommen auf Kalkfelsen beschränken sich zwar auf die Kalkgebiete, sind dort aber ebenfalls sehr häufig.
Allgemein: In ganz Europa, von Island bis ans Mittelmeer, Ost- und Zentralasien, Nordafrika und tropisches Afrika, Nordamerika.


In trockenem Zustand sind die Äste gebogen und die Blätter dicht anliegend.

Erkennungsmerkmale
Die Art bildet lange, kriechende Stämmchen, die mit Rhizoiden fest am Untergrund haften und viele kurze Seitenäste besitzen. Diese sind bei Trockenheit sichelig nach oben gebogen und glänzen seidig, die schmal dreieckigen und längsfaltigen Blätter liegen dicht den Ästen an. In feuchtem Zustand sind die Äste gerade und die Blätter aufrecht abstehend. Eine einzelne Pflanze kann mehrere Quadratdezimeter Fläche bedecken, die Überzüge sind aber kaum höher als 1-2 cm. Sporenkapseln werden nur selten ausgebildet.


In feuchtem Zustand sind die Äste gerade und die Blätter aufrecht abstehend.

Verwechslungsmöglichkeit
Die sichelig gebogenen, kurzen Seitenäste und der seidige Glanz sind ein sicheres Erkennungsmerkmal für diese Art. Eine verwandte Art ist Homalothecium lutescens. Sie besitzt jedoch gerade Äste und kein fest anhaftendes Stämmchen. Außerdem wächst diese Art vor allem auf kalkhaltigem Boden an sonnigen Standorten, zum Beispiel in Halbtrockenrasen und auf übererdeten Kalkfelsen. Wenn Mauern besiedelt werden, dann nur niedrige (übererdete) Mauern in Bodennähe.


Homalothecium lutescens (Echtes Goldmoos) wächst locker aufliegend auf kalkhaltiger Erde an trockenen und sonnigen Standorten. Im Gegensatz zu H. sericeum besitzt diese Art gerade Äste.



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