Haarblättriges Birnmoos ( Bryum capillare)

Abteilung: Moose (Bryophyta)
Klasse: Laubmoose Musci (Bryopsida)
Familie: Bryaceae

Autor: Michael Lüth
Mail: Michael Lüth
Website: http://www.milueth.de
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Dokument: LM 00005

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Reichlich fruchtende Pflanzen auf einem Absatz einer alten, schattigen Mauer.

Ökologie
Bryum capillare bevorzugt an mehr oder weniger schattigen Stellen Standorte, an denen sich etwas Feinmaterial und Wasser ansammeln kann. An die Unterlage stellt die Art keine sehr speziellen Ansprüche. Man findet sie oft in Fugen oder auf der Krone von alten Mauern, auf Beton und sogar auf Asphalt (am Rand von Gehwegen und Parkplätzen). Natürliche Standorte sind basenreiche Felsnischen und -spalten sowie am Stammgrund von Laubbäumen mit nährstoffreicher Borke (Esche, Ulme, Ahorn, Pappel).

Auf schattigen Mauerkronen kann Bryum capillare ausgedehnte Rasen bilden.
Kugelförmiges Polster in einer humosen Felsspalte. Man erkennt, wie sich die Blätter beim Austrocknen spiralig um das Stämmchen drehen.

Verbreitung
Deutschland: Durch das ganze Land verbreitete, häufige Art mit vielen natürlichen Vorkommen, besonders reichlich in den Kalkgebieten, aber auch außerhalb nicht selten. Sekundäre Vorkommen an Mauern, Denkmälern, Steinfassungen usw. in jedem Siedlungsgebiet häufig.

Allgemein: Europa, von Island bis ans Mittelmeer und von Russland bis auf die Kanarischen Inseln, Asien, Afrika (N-S), Amerika (N-S), Australien, Neuseeland, Ozeanien.


Die eiförmigen Blätter sind plötzlich in eine deutlich abgesetzte Haarspitze verschmälert.

Erkennungsmerkmale
Wächst in dichten, 1-3 (-5) cm hohen Polstern und Rasen. Die breit eiförmigen Blätter verschmälern sich plötzlich in eine deutlich abgesetzte Haarspitze (Name!). In feuchtem Zustand stehen sie aufrecht vom Stämmchen ab, bei Trockenheit schrumpfen sie ein und drehen sich spiralig um das Stämmchen.


Bryum capillare ist zweihäusig, man findet männliche Pflanzen mit "Blüten", auffälligen orangebraunen Antheridienständen und weibliche Pflanzen mit nickenden bis hängenden, keulenförmigen Sporenkapseln auf langem Kapselstiel (die weiblichen "Blüten", Archegonien, sind unauffällig und zwischen den Blättern versteckt). Sporenkapseln sind nicht regelmäßig vorhanden, aber doch nicht selten. Die Kapseln reifen im Frühjahr bis Sommer. (Bei etlichen Arten der Gattung Bryum, haben die Kapseln eine birnenähnliche Form, daher der Name Birnmoos).


Weibliche Pflanzen mit Sporenkapseln kurz vor der Reife.

Verwechslungsmöglichkeit
Die Blattform ist sehr charakteristisch für diese Art, wenn außerdem noch die hängenden, keulenförmigen Kapseln vorhanden sind, kann man die Art nur noch mit sehr nahen verwandten Arten aus der Artengruppe um Bryum capillare verwechseln, wobei nur noch Bryum flaccidum die Blätter bei Trockenheit spiralig um das Stämmchen dreht. Diese Art besitzt aber dichtgedrängte, fädige Brutkörper in den Blattachseln. Sie wächst vor allem am Grund von Bäumen, seltener auch auf Mauern. Bryum torquescens ist eine wärmeliebende Art und z. B. im Mittelmeergebiet häufig, in Deutschland ist sie auf besonders wärmebegünstigte Gebiete beschränkt. Sie ist einhäusig und hat regelmäßig viele Kapseln und ihre Blätter drehen sich bei Trockenheit nicht spiralig um das Stämmchen. Bryum elegans findet sich nur in Kalkgebieten, die Art wächst dort fast ausschließlich in Spalten und auf Absätzen von Kalkfelsen und auf Erdblößen dazwischen. Sie hat sehr hohle, kugelschalige Blätter, die sich bei Trockenheit nicht eindrehen und die Haarspitze ist zurückgebogen.


Männliche Pflanzen mit "Blüte" (Antheridienstand)



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Haarblättriges Birnmoos

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