Stein-Goldhaarmoos

Stein-Goldhaarmoos (Orthotrichum anomalum)

Abteilung: Moose (Bryophyta)
Klasse: Laubmoose Musci (Bryopsida)
Familie: Orthotrichaceae

Autor: Michael Lüth
Mail: Michael Lüth
Website: http://www.milueth.de
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Dokument: LM 00003

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Im Winter tragen die Sporenkapseln noch ihre Haube mit goldenen Haaren, daher der Name Goldhaarmoos.

Ökologie
Orthotrichum anomalum ist ein basenliebendes Gesteinsmoos, das in den Kalkgebieten häufig an trockenen Felsen und Steinblöcken vorkommt. Genau wie Tortula muralis und Grimmia pulvinata ist es aber auch ein "Mauermoos" und wächst oft mit diesen zwei Arten zusammen auf Mauern, Betonpfosten, Denkmälern usw.


Orthotrichum anomalum auf einem Betonpfosten.

Verbreitung
Deutschland: Die Art ist im ganzen Land sehr häufig. Neben reichlich natürlichen Vorkommen kann man das Moos in jeder Stadt und in jedem Dorf in großer Menge auf Mauern finden.

Allgemein: Europa, Asien, Nord- und Mittelamerika.

Erkennungsmerkmale
Olivgüne bis braungrüne Pflanzen in runden Polstern von 0,5 - 2,5 cm Höhe (ohne Kapseln), die an optimalen Standorten zu ausgedehnten Überzügen zusammenfließen können. Die oval-lanzettlichen Blätter liegen in trockenem Zustand steif aufrecht dem Stämmchen an, feucht sind sie abstehend. Die länglichovalen Sporenkapseln sitzen auf einem 2-3 mm langen Kapselstiel und ragen deutlich über das Polster hinaus. Auffällig ist die glockenförmige Kapselhaube auf der noch unreifen Kapsel (Winter bis frühes Frühjahr). Die Haube bedeckt bei allen Arten der Gattung Orthotrichum nahezu die ganze Kapsel, und viele Arten, wie auch unsere, tragen auf dieser Haube goldene Haare (Goldhaarmoos). Die Sporenreife ist im April bis Juni. Die entleerten Kapseln sind rotbraun und gefurcht (längsfaltig) und unterhalb der Kapselöffnung etwas zusammengezogen.


Die entleerten Kapseln sind längsgefurcht und unter der Öffnung zusammengezogen.

Verwechslungsmöglichkeit
Durch die deutlich über das Polster gehobene, länglichovalen Kapseln und den etwas steifen Blättern ohne Glashaar, ist die Art an Standorten wie Mauern mit nichts zu verwechseln. Eine andere gesteinsbewohnende Orthotrichum Art, O. cupulatum (Becherfrüchtiges Goldhaarmoos), wächst selten auch auf Mauern. Die Art unterscheidet sich aber dadurch, dass die Kapseln kaum aus dem Polster herausragen. Zudem sind die Kapseln eher kurzoval und in reifem, entleerten Zustand becherförmig, also nicht unterhalb der Öffnung zusammengezogen. Die meisten Arten der Gattung Orthotrichum wachsen epiphytisch an Bäumen und Sträuchern. Wo ein Baum über eine Mauer ragt, können einige dieser epiphytischen Arten auch mal auf die Mauer überwechseln. Bei allen diesen Arten ragen die Kapseln aber nicht aus dem Polster heraus.


Orthotrichum cupulatum (Becherfrüchtiges Goldhaarmoos), die Kapseln ragen nicht aus dem Polster heraus.



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