Laubfrosch

Laubfrosch , Europäischer (Hyla arborea)

Klasse Lurche (Amphibia)
Familie: Laubfrösche (Hylidae)

Autor: Karl-Heinz Stein
Mail: geometerstein@web.de

Dokument: KHS 00002

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Der Laubfrosch nimmt unter den Froschlurchen eine Sonderstellung ein. Soweit man aus dem lateinischen arborea ersehen kann ist er baumbewohnend. Man nennt im allgemeinen diese Frösche auch Baumfrösche. Da wir aber in Deutschland nur eine einzige Art besitzen können wir mit den hergebrachten Bezeichnungen gut auskommen. Es gibt in Europa noch weitere Arten. Eigentlich sind es ja nur Unterarten, wie der Namensteil arborea anzeigt. Leider ist der Mittelmeerlaubfrosch nur durch die fehlende Hüftschlingenzeichnung von unserem unterschieden. Diese Art nennt man Mittelmeerlaubfrosch und der wissenschaftliche Name ist Hyla arborea meridionalis. In Südfrankreich habe ich hunderte dieser Tiere gesehen und gehört. Vor allem in der Camargue sind diese Tiere sehr häufig. Laut Literatur sollen die Tiere auch in Nordwestafrika und Nordwestitalien leben. Manche Wissenschaftler untergliedern den Laubfrosch noch weiter. In Hyla arborea molleri in Nordspanien und Portugal, oder in Hyla arborea savignyi auf Elba, Korsika, Sardinien und in Kleinasien.

Bei uns ist der Laubfrosch tatsächlich ein Bewohner von Hecken und Bäumen in Wassernähe. In der Camargue bewohnen die Tiere allerdings meist die Schilfdickichte am Ufer der Rhone und an den vielen kleineren Gewässern und Gräben . Die abendliche „Konzerte“ solcher Froschmassen sind in jedem Fall nicht zu überhören. Es gelang mir nie die Stimme eines einzelnen Laubfrosches aufzunehmen. Es waren immer gleich „Chöre“.

Im Zeitalter der Farbfotografie eine Beschreibung des Laubfrosches abzuliefern wäre wohl verfehlt. Er wird bis zu 5 cm groß. Die Männchen haben eine Schallblase und unterscheiden sich deshalb durch die bräunlich gefärbte Kehlregion von den Weibchen. Die allgemein übliche Färbung ist hellgrün. In der Camargue habe ich aber auch erdbraune Tiere gesehen. Manche sahen fast farblos grau aus. Nur den blauen Laubfrosch, der nach Helmut Bechtel (Provence und Camargue in Farbe -Kosmos Verlag) dort leben soll, den habe ich nie gefunden.

Laubfrosch nah

Die Pärchen geben gemeinsam den Laich (die Eier) in kleinen Klumpen über eine längere Periode verteilt in Wasser ab. Sie bevorzugen klare Kleingewässer, notfalls sogar die Regentonne im Garten. In dieser Frühsommerzeit sind die Tiere nicht oft zu hören. Später im Sommer hört man den sehr lauten Ruf der Laubfroschmännchen oft aus den Bäumen in Wassernähe, in Gärten und sogar in Parks. Stets jedoch im Gebüsch oder auf Bäumen nicht allzu weit vom Wasser entfernt. Besonders oft rufen die Tiere nach einem warmen Sommerregen.


Eine Generation vor unserer Zeit galt es als sinnvoll den Laubfrosch in kleinen Gläsern als Wetterpropheten zu halten. Doch ganz gleich wo der Frosch in diesen Gläsern sich auch aufhielt, es hatte nie etwas mit dem Wetter zu tun. Wer über das Wetter etwas erfahren möchte der ist mit einem Barometer viel besser bedient. Glücklicherweise ist diese Laubfroschquälerei wieder aus der Mode gekommen. Doch ich kann mich noch entsinnen dass wir als Kinder oft die Aufgabe hatten : Fliegen für den Wetterfrosch zu fangen. Die Bezeichnung Wetterfrosch für jene Menschen welche eine Wettervorhersage vornehmen, mag sich noch aus dieser Sitte ableiten.

Die Larven des Laubfrosches, die Kaulquappen, kann man an den lang ausgezogenen Schwänzchen erkennen. Der Hautsaum dieser Schwänzchen reicht bis an den Kopf der Kaulquappe heran. Die Farbe ist olivfarbig, nicht schwarz, wie bei Erdkröte oder Grasfrosch.

Die im Text erwähnte Hüftschlingenzeichnung ist auf nebenstehendem Foto gut zu erkennen. Über dem Oberschenkel des Hinterbeines kann man diese Zeichnung sehen. Sie gleicht einem umgekehrten V. Bei Hyla arborea meridionalis fehlt dieses Merkmal. Gut zu sehen sind auch die verbreiterten Zehen mit Saugnäpfen.(Kletterhilfe).

Laubfrösche sehen sich teilweise recht ähnlich. Hier stelle ich neben dem Europäischen Laubfrosch und dem Mittelmeerlaubfrosch (gerechnet als eine Art, Nominatform und Unterart.) noch zwei amerikanische Arten vor. Man braucht schon ein gutes Bestimmungsbuch um all diese Arten zu unterscheiden und sicher anzusprechen. Für alle Amphibien Europas empfehle ich Pareys Reptilien- und Amphibienführer Europas von E. N. Arnold und J. A. Burton. Für die amerikanischen Arten habe ich einen guten Field Guide of Ampibians. Doch reicht dieser schon nicht aus, wenn ich Laubfrösche aus Mittelamerika oder gar Südamerika bestimmen möchte. Es gibt dort Dutzende sich ähnlich sehender Arten. Den grössten Laubfrosch möchte ich daher ebenfalls noch im Foto vorstellen. So kann man sich von der Artenvielfalt der Laubfroschfamilie eine gewisse Vorstellung machen.

Laubfrosch Übersicht



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