Feuersalamander

Feuersalamander (Salamandra salamandra)

Klasse Lurche (Amphibia)
Familie: Echte Salamander und Molche (Salamandridae)

Autor: Karl-Heinz Stein
Mail: geometerstein@web.de

Dokument: KHS 00001

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Durch die Werbung für eine Schuhmarke kennt eigentlich jedes Kind diesen „Lurchi“, auch wenn es nie einen lebenden Salamander gesehen hat. Früher gab es in den Geschäften, wo dieser Salamander-Schuh verkauft wurde, kostenlose Hefte mit den Abenteuern von Lurchi und seinen Freunden. Der Name Lurchi war passend gewählt, denn der Feuersalamander gehört in die Klasse Amphibia = Lurche. Das gliedert sich dann weiter auf in die Ordnung Schwanzlurche = Caudata, Familie Salamandridae = Salamander und Molche, Gattung Samandra = eigentliche Salamander, mit ganzen zwei Arten, dem Alpensalamander und dem Feuersalamander. Allerdings wird der Feuersalamnder noch einmal in 13 Unterarten, man könnte es auch Rassen nennen, unterteilt. Besonders abweichende Rassen gibt es in Spanien. Besonderes große Salamander wurden in Israel (bis 31 cm) gefunden. Bei uns dürften die ausgewachsenen Tiere knapp an zwanzig cm lang werden. Schon in Deutschland unterscheidet man zwei Rassen, den gestreiften Feuersalamander und den gefleckten Feuersalamander. In der Literatur haben die beiden zur Unterscheidung dann noch einen dritten lateinischen Namensbestandteil. Die bei uns in Hessen vorkommende Art gehört der gestreiften Form an und wird als Salamandra s. terrestris bezeichnet. Im Osten Deutschlands, oder in Polen, finden wir dann die gefleckte Form mit dem dreifachen Salamandra s.s. Man nennt solch eine Form die Nominatform, was man in etwa mit Stammform übersetzen kann. Das bedeutet allerdings nicht, daß alle anderen Formen von dieser Form abstammen, sondern es ist lediglich die zuerst als Art beschriebene Form.

Feuersalamander nah

Der Feuersalamander ist ein ausgesprochenes Landtier. Nur die Weibchen gehen im Frühjahr zum Wasser um dort die Larven abzusetzen. Zu deren Entwicklung wird klares, schadstoffarmes Wasser benötigt. Einige Waldbäche erfüllen diese Forderung. In solchen Gebieten ist der Feuersalamander recht häufig. Doch viele solcher Kleingewässer sind inzwischen durch Düngemittel oder Abwässer so belastet, daß dort die Larven nicht mehr leben können. Viele Lebensräume, in denen ich als Kind bei Regenwetter noch zahlreiche Salamander gesehen habe, haben heute nicht einen einzigen Salamander aufzuweisen. Bei Regenwetter sind die sonst nächtlich lebenden Salamander auch am Tage unterwegs.

Wem es nichts ausmacht im Frühjahr oder im Frühsommer bei Regenwetter spazieren zu gehen, der kann den Feuerslamandern zuschauen. Es sind langsame Tiere. Wenn man nur erwachsene Tiere sehen sollte, dann bedeutet das nicht, daß es in diesem Lebensraum keine Jungtiere gäbe. Die Jungtiere sind allerdings noch viel heimlicher als die erwachsenen Salamander. Obwohl ich im Laufe der vielen Jahre weit über hundert erwachsene Tiere gesehen habe, ist mir nur ein einziges mal ein kleiner, noch nicht ganz zwölf cm langer Salamander begegnet. Solche kleinen Jungtiere findet man eher einmal, wenn man Holz zur Seite räumt, oder einen Stein umdreht. Darunter halten sich die Tiere gerne versteckt.

Wenn wir Salamander beobachten wollen, dann sollten wir die Tiere möglichst nicht anfassen. Die Haut der Salamander scheidet ein Gift aus, welches man passenderweise Salamandrin genannt hat. Dieses Gift dient den Salamandern als Schutz vor dem gefressen werden. Auf die Schleimhäute gebracht, brennt es sehr. Dieses Gift ist für die Salamander Überlebensgarantie. Ohne solch ein Hautgift wären die Salamander längst von Igel, Hund und Katze, Storch und Falken, wie auch den anderen Fleischessern, ausgerottet worden. Doch wer ohne Kenntnis dieses Giftes, einmal versucht hat einen Salamander zu essen, der wird es sicher nie wieder versuchen.

Weil aus diesem Grund die Salamander vor keinem Fressfeind davon rennen müssen, sind sie trotz ihrer langsamen Gangart kaum gefährdet. Viel gefährlicher wird ihnen der Autoverkehr auf den Straßen durch ihren Lebensraum. Manche solcher Straßen werden zwar zu den Zeiten der Krötenwanderung für den Verkehr gesperrt. Doch eine solche Sperre bei jedem Regenguß, das würden die Autofahrer wohl nicht hin nehmen wollen. Unsere Jugendgruppe hatte in einem Frühjahr eine Salamander - Rettungsaktion veranstaltet. Bei Regenwetter patrouillierten Sie die Straßen entlang und sammelten alle Salamander, welche sich auf die Straße wagten, in einem Eimer. Dieser wurde dann, weitab von der Straße, im Wald wieder ausgeleert. Eine schöne Aktion, welche auch allen Spaß gemacht hatte. Doch besser wäre es, entlang der Straßen Krötenzäune aufzustellen. Solche Zäune können die Salamander nicht überklettern. Damit bleiben sie von der Straße ausgesperrt.



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