Trauermantel

Trauermantel (Nymphalis antiopa)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)

Autor: Jürgen Hensle

Mail: juergen.hensle@freenet.de

Dokument: JH 00001

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Der Trauermantel ist eine auf der ganzen nördlichen Halbkugel in Gebieten mit kontinentalem Klima in Laub- und Mischwäldern beheimatete Tagfalterart. Der Falter, der in ungeheizten Gebäuden ebenso wie im freien Wald überwintert, verträgt monatelang klaglos auch sibirische Kälte. Milde, regnerische Winter hingegen sind ihm ein Graus. Dementsprechend treffen wir diesen großen schwarzbraunen Falter mit dem beigen Flügelrand in Mitteleuropa nur im Osten, z. B. in Brandenburg und in höheren Lagen der Mittelgebirge, z. B. im Bayrischen Wald, im Schwarzwald und vor allem in den Alpen an. Auch in Südeuropa fehlt er nicht, kommt dort aber nur in den Hochgebirgen bis hinauf zur Waldgrenze vor.

Das war nicht immer so. Als es Mitte der 1980er Jahre eine Phase kalter, schneereicher Winter gab, sah man den Falter im Frühling auch z. B. im Rheinland und sogar am Kaiserstuhl.

Die derzeitigen milden Winter der Tieflagen des westlichen Mitteleuropas aber kann der Falter nicht überleben, daher wird man ihn dort derzeit vergebens suchen. In manchen Jahren jedoch, wie zuletzt z. B. 1995 oder auch 1998 vermehrt sich der Falter in Osteuropa sehr stark. In solchen Jahren wandert er im Juli und August in großer Anzahl nach Westen, wird überall in Norddeutschland beobachtet und erreicht zuweilen sogar Irland. Überleben kann er dort jedoch kaum und somit sind schon im nächsten Frühjahr in den neu besiedelten Gebieten nur noch ganz wenige Falter übrig, deren Nachkommen dann spätestens im nächsten Winter zugrunde gehen.

Dort aber wo er heimisch ist, verlässt der Falter zusammen mit Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs meist im April sein Überwinterungsquartier und kann dann bis in den Juni hinein in Wäldern fliegend angetroffen werden. Die beige Randbinde dieser überwinterten Falter ist dann ausgebleicht und erscheint fast weiß.

Das Weibchen legt in den nächsten Wochen Mehrere Gelege mit Eiern an Zweige von Weiden, Espen und Birken, welche vorzugsweise an etwas feuchteren Stellen stehen. Die schwarzen, stacheligen Raupen mit den roten Seitenflecken leben zunächst gesellig in einem Nest aus Spinnfäden und verpuppen sich im Juni oder Juli. Diese Raupen sind nun - ganz im Gegensatz zum Falter - ausgesprochen sonnenhungrig, weshalb der Trauermantel auch in Gebieten mit kühlen, stets regnerischen Sommern, wie z. B. in Norwegen fehlt. Je nach Wetter und Klima schlüpft der Falter zwischen Juli und September, fliegt aber nur wenige Tage und zieht sich dann sehr schnell in ein Versteck zurück um zu überwintern.

Erst im nächsten Frühjahr paaren sich die Falter und der Lebenszyklus beginnt erneut.



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