Zwerghaubenfischer

Zwerghaubenfischer, Corythornis cristatus (Alcedo cristata)
eng: Malachite Kingfisher

Familie: Eisvögel (Alcedinidae)
Ordnung:
Rackenvögel  (Coraciiformes)
Klasse: Vögel (Aves)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00251

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Allgemeines und Familienmerkmale:
Zur Familie Alcedinidae, Eisvögel, gehören kleine bis mittelgroße Vögel mit glattem, knapp anliegendem Gefieder, die meistens sehr bunt sind. Sie haben einen großen Kopf, der durch den meist mächtigen Schnabel und die oft vorhandene Haube beinahe unproportioniert erscheint. Der Lauf ist sehr kurz, die Zehen sind am Grunde (Zehen 2 und 3) oder fast bis zur Spitze ( 3 und 4) miteinander verwachsen.
Alle Eisvögel sind Höhlenbrüter, die vornehmlich in selbst gegrabenen Erdhöhlen brüten. Die meisten Arten sind waldbewohnende Kleintierjäger, andere stoßtauchende Fischjäger. Die insgesamt 90 Arten dieser Familie werden gegenwärtig in 14 Gattungen zusammengefasst, die wiederum meist auf drei Unterfamilien verteilt werden. Der Schwerpunkt der Verbreitung der 90 Arten liegt in den Tropen der Alten Welt, vor allem in der Indoaustralischen Region. Eisvögel sind in allen Erdteilen vertreten.

Zwerghaubenfischer

Beschreibung und Stimme:
Die kleine orange-blaue Art wird etwa 13cm lang. Die Oberseite ist leuchtend ultramarin-blau gefärbt und glänzt stark, während die Unterseite tief orange bis orange-braun gefärbt ist. Die Haube auf dem Kopf wird normalerweise angelegt und fällt dann wenig auf. Die verlängerten Federn der Kopfhaube sind auffällig malachit-grün (englischer Artname!) und weisen schwarze Ränder auf. Die aufgerichtete Haube wirkt oft zerfranst, ist dann aber ausgedehnt und auffällig. An den Ohrseiten und der Kehle ist der Zwerghaubentaucher kontrastreich weiß gefärbt. Beine und Füße sind scharlachrot, der orangerote bis scharlachrote Schnabel ist bei Jungvögeln schwarz. Von den meisten anderen Eisvogelarten unterscheidet er sich dadurch, dass das Blau des Kopfes bis zum Auge reicht.
Der Ruf ist ein scharfes, sehr hohes „tsip-tsip-tsip“.

Verbreitung, Bestand und Verhalten:
Verbreitet sind Zwerghaubenfischer vom Senegal aus über ganz Mittel- und Südafrika bis nach Südarabien. Fast im gesamten Verbreitungsgebiet sind sie häufig und gehören allgemein zu den dort gewöhnlichen Eisvogelarten. Außerhalb der Brutzeit trifft man die Vögel normalerweise einzeln an. Tagsüber sitzen sie ruhig im Schatten und fallen dann trotz ihrer Farbenpracht wenig auf. Sie fliegen mit auffallend schnellem Flügelschlag.

Biotop und Nahrung:
Zwerghaubenfischer halten sich besonders gerne an weiten Gewässern und Sümpfen auf und sind dort vor allem an den mit Rohr bewachsenen Ufern zu finden. Darüber hinaus bewohnen sie aber die unterschiedlichsten Wasserlebensräume und kommen auch in Mangrovensümpfen vor. Sie sind wie unsere europäischen Eisvögel Stoßtaucher, die kleine Fischchen erbeuten. Daneben leben sie auch von Wasserinsekten und Libellen.

Fortpflanzung:
Zur Brutzeit suchen die Vögel gern schmalere Flüsse auf, um dort an den Steilwänden nach Art unserer heimischen Eisvögel Brutröhren anzulegen. Im Senegal brüten die Vögel im September und Oktober, in Uganda vom Februar bis April, im Juni und Juli oder auch vom September bis Dezember. Die Brutröhren werden manchmal mehrmals benutzt.

Klasse Vögel Aves, Ordnung Rackenvögel, Corociiformes, Familie Eisvögel Alcedinidae, Unterfamilie Wassereisvögel oder Königsfischer, Alcedininae, Art Zwerghaubenfischer, Corythornis cristatus (Alcedo cristata) , Malachite Kingfisher


Literatur:
Bauer/Bezzel/Fiedler: Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Nonpasseriformes – Nichtsperlingsvögel, Wiebelsheim 2005.
Grzimek, Bernhard (Hrsg.): Grzimeks Tierleben, Band 9, Vögel 3, Kindler-Verlag Zürich.
Barlow, Clive and Wacher, Tim: Birds of the Gambia and the Senegal, London.



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