Palmtaube

Palmtaube (Streptopelia senegalensis)
syn: Senegaltaube ; eng: Laughing Dove

Familie: Tauben (Columbidae)
Ordnung:
Taubenvögel (Columbiformes)
Klasse: Vögel (Aves)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00244

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Allgemeines und Beschreibung:
Die Palmtaube wird vor allem von Züchtern auch Senegaltaube oder Senegaltäubchen genannt. Mit nur etwa 25 cm Größe und einem Gewicht von 80- 120 g gehört die Palmtaube zu den kleineren Taubenarten. Rücken, Flügel und Schwanz sind rotbraun, die Flügel sind teilweise blaugrau gefärbt. Kopf und der übrige Körper sind rötlich. Unten am Hals hat die Palmtaube eine gesprenkelte dunkle Zeichnung. Palmtauben haben aber im Gegensatz zu einigen anderen Taubenarten, die mit ihnen zusammen vorkommen, niemals ein schwarzes Band am Nacken.

Palmtaube frontal

Verbreitung, Lebensraum, Verhalten und Bestand:
Die kleine Palmtaube hat ein weites Verbreitungsgebiet und bewohnt fast den gesamten afrikanischen Kontinent; im Osten besiedelt die Palmtaube Asien im Süden von Pakistan, Iran, Indien und Thailand über China, die Mongolei bis nach Russland im Norden. Eingebürgert wurde die Art ferner in Australien und Israel, in Syrien, der Türkei und im Libanon. In Deutschland und anderen Ländern Mitteleuropas und Europas kommen gelegentlich Gefangenschaftsflüchtlinge vor.

Die Palmtaube ist in fünf Unterarten anzutreffen. Die Unterart Streptopelia senegalensis phoenicophila ist in Algerien, Marokko, Tunesien und im nordwestlichen Libyen zu finden. Die Unterart Streptopelia senegalensis aegyptiaca ist in Ägypten vom Niltal bis südlich nach Wadi Halfa verbreitet. Von Senegal bis Äthiopien, im westlichen Arabien und in Israel trifft man die Unterart Streptopelia senegalensis senegalensis an. Die Unterart Streptopelia senegalensis sokotrae ist auf der zum Jemen gehörenden Sokotrainsel beheimatet. Das östliche Arabien, der Iran bis Indien und das nördliche bis zentrale Asien wird von der Unterart Streptopelia senegalensis cambayensis bewohnt.

Palmtaube am Boden

Die anspruchslose und anpassungsfähige Palmtaube kommt in den meisten Lebensräumen vor, ist in Gärten und Hotelanlagen ebenso zu finden wie auf landwirtschaftlichen Flächen, im Brachland, im Sumpfland oder in Waldungen. Flächen mit Palmen (Name!) sind besonders beliebt. In dichten Wäldern ist die Palmtaube weniger zahlreich. Selbst Städte wie Istanbul oder Damaskus werden von ihr besiedelt. Oft sind Palmtauben dem Menschen gegenüber außergewöhnlich zutraulich und zahm. Gewöhnlich halten sie sich in kleinen und losen Verbänden auf oder sind alleine; zu den Wasserquellen fliegen sie aber in oft beachtlichen Schwärmen mit anderen Taubenarten oft viele km weit. Die Art ist ungefährdet und vielerorts sind Palmtauben sehr häufig.

Fortpflanzung und Jungenaufzucht:
Je nach geographischer Herkunft pflanzen Palmtauben sich bereits von Februar an in den November hinein fort. Kaum eine Vogelart bringt es auf so viele Bruten wie die Palmtaube, es können bis zu 7 in einem Jahr sein.
Die Männchen zeigen den Weibchen den Nistplatz, meistens in einem Baum, den aber das Weibchen letztendlich aussucht. Das Männchen trägt dann das Nistmaterial zum Nest, das vom Weibchen zusammengefügt wird. Ein bis vier Tage nach Fertigstellung des Nestes wird gegen Abend das erste Ei abgelegt und mit der Brut begonnen. Sowohl Männchen als auch Weibchen brüten. Etwa 38 Stunden nach Ablage des ersten Eies wird das zweite Ei gelegt. Nach 12-13 Tagen schlüpfen die Jungen aus den weißen Eiern und nach weiteren 15 bis 17 Tagen fliegen sie aus. Bald darauf schon sind sie selbständig. Direkte Anschlussbruten, gegenseitige Gefiederpflege und Fütterung des Weibchens durch das Männchen sorgen dafür, dass viele Palmtauben während der gesamten Brutzeit monogam zusammenleben.

Nahrung:
Vor allem ernähren sich die Tauben von Grassamen, die sie am Boden finden und von anderen Samen und Körnern. Daneben nehmen sie noch weitere vegetabile Nahrung zu sich und kleine Insekten.



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