TordalK

Tordalk (Alca torda)

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Wat-, Möwen-, Alkenvögel (Charadriiformes)
Familie:
Alken (Alcidae)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00223

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Beschreibung
Der zur Familie der Alken (Alcidae) gehörende Tordalk wird gut 40 cm groß und etwa 800 g schwer und hat eine Flügelspannweite von bis zu 68 cm. Die beiden Unterarten Alca torda torda und Alca torda islandica unterscheiden sich geringfügig in der Größe sind aber genetisch kaum unterschiedlich. Auf der Oberseite ist der Tordalk schwarz, auf der Unterseite weiß. Durch den ziemlich dicken Kopf und den kurzen dicken Hals sowie den seitlich zusammengedrückten Schnabel mit einer auffallenden weißen Querlinie in der Mitte unterscheidet sich der Tordalk von der Trottellumme. Eine auffallende weiße Linienzeichnung zieht sich auch vom Oberschnabel zum Auge. Der zugespitzte Schwanz überragt im Flug die nach hinten ausgestreckten schwärzlichen Füße. Männchen und Weibchen sehen beim Tordalk gleich aus. Im Winterkleid sind auch Kehle, Vorderhals und der untere Teil der Ohrdecken weiß, die weiße Zügellinie fehlt dann aber. Jungvögel sehen wie Altvögel im Winterkleid aus, allerdings ist der Schnabel noch schwächer und ihm fehlt die Zeichnung.

Verbreitung, Lebensraum und Bestand:
Tordalken brüten von der Nord-Atlantik- Küste Ostkanadas, Neuenglands und West-Grönlands bis nach Nordwest-Frankreich und bis zur Nord- und Ostsee. Im Nordosten kommen sie bis zum Weißmeer und nach Norden bis zur Bäreninsel vor. In Mitteleuropa gibt es 11-17 Paare der atlantischen Unterart islandica auf Helgoland. Eine sehr große Brutkolonie der Unterart torda brütet auf Bornholm (rund 1000 Brutpaare). Insgesamt gibt es in Europa einen Brutbestand von 430.000 bis 770.000 Paaren. Die meisten Tordalken sind in Island heimisch (247.000-548.000), auch Großbritannien hat eine große Population (126.000) und bedeutende Bestände mit mehr als 10.000 Paaren weisen auch Irland, Norwegen und Schweden auf.
Tordalken sind Meeresvögel, die sich ganzjährig in Küstengewässern aufhalten und wie Lummen auf Brutfelsen brüten, aber die etwas tieferen Plätze gern auch am Rand der Kolonie vorziehen. Die Nester finden sich oft in Halbhöhlen und Höhlen.

Fortpflanzung und Lebenserwartung:
Im Alter von 4-6 Jahren beginnen Tordalke zu brüten. Dreijährige Tordalken erscheinen erst gegen Ende der Brutzeit an der Kolonie. Das Nest wird selten frei auf Felsen angelegt, häufiger in Höhlen, überdachten Nischen, in Klüften und Spalten. Nistmaterial wird in der Regel keines eingetragen. Ab Anfang Mai, in der Ostsee ab Mitte Mai, legt das Tordalken-Weibchen sein einziges, länglichovales, auf weißem Grund geflecktes Ei, das 64,4- 84,2 mm lang und 41-52 mm breit und durchschnittlich 92 g schwer ist. Nach 28 – 43 Tagen schlüpfen die Jungen, je nach Intensität der Bebrütung gleich nach Eiablage und je nach Wetter.

Männchen und Weibchen brüten und hudern beide und wechseln sich dabei häufig ab. Das Junge bekommt auch von beiden Eltern Futter. Im Alter von 14-22 Tagen springen die jungen Tordalken ähnlich wie Trottellummen vom Fels. Meistens ist der Alkensprung Ende Juli oder Anfang August. Die Altvögel begleiten ihre Jungen ins offene Meer.
Tordalken können ein hohes Lebensalter erreichen. Ein in Großbritannien beringter Vogel wurde nachweislich 30 Jahre und einen Monat alt. Drei als Altvögel beringte Tordalken brüteten nach 19 Jahren noch erfolgreich.

Nahrung und Nahrungserwerb:
Tordalken sind gute Taucher, die sich unter Wasser mit ruderndem Schlag der nur halb geöffneten Flügel behände fortbewegen. Die nach hinten ausgestreckten und mit Schwimmhäuten ausgestatteten Füße sind dabei ausgezeichnete Steuer. Tordalke erbeuten im Tauchen und Schwimmen vor allem kleine Fische und Krebstiere. Die Beutefische sind im Durchschnitt kleiner als die der Trottellummen. In der Ostsee sind Sprotten die wichtigsten Nahrungstiere zur Jungenaufzucht, auch Sandaale werden gern genommen. Im Winter fangen Tordalken vor allem Heringe und Stichlinge.

Literatur:
Bauer/Bezzel/Fiedler: Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Nonpasseriformes – Nichtsperlingsvögel, Wiebelsheim 2005.
Glutz und Bauer, Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 8/1I: Charadriiformes (3. Teil), Sternidae- Alcidae, Wiesbaden.



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