Rote Lichtnelke

Rote Lichtnelke (Silene dioica)

Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00221

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Nahe verwandt mit dem Weißen Leimkraut ist das Rote Leimkraut und wie dieses zu den Nelkengewächsen zählend. Häufig kreuzt es sich mit dem Weißen Leimkraut. Die Kreuzungen haben dann rosafarbene Blüten. Das Rote Leimkraut, auch Rote Lichtnelke genannt, öffnet seine ersten Blüten schon im April und blüht dann bis weit in den August hinein.
In Deutschland ist die Rote Lichtnelke zahlreich zu finden. Sie blüht auf Wiesen, vor allem auf Feuchtwiesen, in lichten Laubwäldern, an Hecken, an Waldrändern und auf Kahlschlägen. In den Alpen kommt sie bis zu 2400 m Höhe vor. Es ist ein besonders herrlicher Anblick, leuchtend rosarote Waldränder zu erblicken, in die sich noch das reine Weiß der Großen Sternmiere mischen.

Im Gegensatz zur Weißen Lichtnelke öffnen sich die geruchlosen Blüten der Roten Lichtnelke tagsüber. Die Blüten der Roten Lichtnelke gehören zum Typ „Stieltellerblüte“, die fast nur von Tagfaltern bestäubt werden. Allerdings gelingt es auch manchen Schwebfliegen wie der Kegelfliege an den Nektar zu gelangen und Hummeln beißen einfach von außen ein Loch in die Kelchwand, um vom Nektar am Kelchgrund naschen zu können. Im Unterschied zu den Schmetterlingen besitzen Hummeln nämlich nur einen kurzen Rüssel und gingen sonst leer aus.

Merkmale der Roten Lichtnelke:
Rote Lichtnelken sind zwei- bis mehrjährig, werden 30-80 cm hoch, sind dicht drüsig behaart, haben sitzende, eiförmige, spitze Blätter und 2-3cm breite, rote Blüten in lockeren Blütenständen, die nur tagsüber geöffnet sind. Die Einzelblüte besteht aus 5 Kronblättern, die tief zweilappig sind und hat 5 Griffel. Der stark behaarte Kelch ist zehnnervig und leicht bauchig. Die Kapsel ist kugelig und hat 10 nach außen gekrümmte Zähne. Wenn die Kapsel reif ist, öffnet sie sich und die Samen fallen bei Wind wie aus einem Salzstreuer heraus. Die einzelnen Samen ähneln Mohnsamen sehr.

Besonderheit:
Gelegentlich findet man in den Samenkapseln der Roten Lichtnelke auch Schmetterlinsraupen. Diese Raupen ernähren sich von den Samen der Lichtnelken. Der dazugehörige Falter, die Lichtnelken-Kapseleule (Hadena perplexa) hat bei der Bestäubung ein Ei in die Blüte gelegt. Auch wenn die Samen jetzt nicht mehr für die Vermehrung der Roten Lichtnelke zur Verfügung stehen, hat die Pflanze dennoch auch Vorteile durch den anscheinend schmarotzenden Gast, denn die in den Kapseln gut geschützt aufwachsenden Kapseleulen bestäuben später wieder die Pflanzen. Es handelt sich hier also nicht um bloßes Schmarotzertum, sondern um eine Symbiose, eine gegenseitige Abhängigkeit von Pflanze und Schmetterling.

Verbreitung:
Rote Lichtnelken sind in Eurasien verbreitet und in den mittleren und westlichen Bereichen besonders häufig. In Europa fehl diese Pflanze nur im Südosten, zum Beispiel im Balkan, völlig.

Tipp:
Die Rote Lichtnelke ist eine mehrjährige Pflanze, die sich leicht aus Samen ziehen lässt. Es lohnt sich, die Samen in Blumenkästen auszusäen, denn die Pflanze blüht lange, ist sehr unempfindlich, kommt in der Sonne und im Schatten zurecht und ist mit ihren roten, gabelig verzweigten Blütenstände besonders attraktiv.

Rote Lichtnelke mit Schwebfliege



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