Hummelschwebfliege

Hummelschwebfliege (Volucella bombylans)
syn. Hummel-Waldschwebfliege

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung:
Zweiflügler (Diptera)
Familie:
Schwebfliegen (Syrphidae)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00204

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Mimikry nennt man die Schutztracht wehrloser Tiere, die in Körpergestalt und Färbung wehrhafte oder anders geschützte Tiere „nachahmen“. Die Hummel- Waldschwebfliege Volucella bombylans hat eine große Ähnlichkeit mit Hummeln. Man muss schon zweimal hinschauen, um sie von einer Hummel zu unterscheiden. Sie belässt es nicht nur bei der äußeren Ähnlichkeit, sondern steigert durch akustisches Mimikry die ohnehin schon täuschende Ähnlichkeit noch: Wenn Hummeln sich bedroht fühlen und noch klamm sind, wiegen sie sich laut summend hin und her. Dabei strecken sie das mittlere Beinpaar hoch. In ähnlichen Situationen schwankt und summt die Hummelschwebfliege wie ihr Vorbild; allerdings streckt sie nicht das mittlere Beinpaar, sondern das vordere Beinpaar über den Kopf.

Beschreibung:
Diese große hummelartige Schwebfliege ist sehr variabel gezeichnet und wird 11-17 mm lang. Die Fühlerborsten der Hummelschwebfliege sind auffällig stark gefiedert, ein gutes Unterscheidungsmerkmal zu anderen hummelähnlichen Schwebfliegen. Die Augen sind lang behaart. Das Gesicht hat einen vorgezogenen Mittelhöcker. Ein weiteres gutes Merkmal ist die braune Zickzackbinde auf dem Flügel. Dieses Flügelgeäder weist auch keine andere ähnliche Art auf. Die Beine sind schwarz. Die Stirn des Weibchens ist breit und gelb behaart. Die Augen sind nackt.

Es gibt drei Farbvarianten: Bei der Variante Volucella bombylans bombylans sind die Brust (Mesonotum), das Schildchen und der Vorderteil des Hinterleibs schwarz. Das Hinterteil ist rot behaart.

Bei der Variante Volucella bombylans plumata ist das Mesonotum in der Mitte schwarz, sonst wie das Schildchen gelb. Der Hinterleib ist vorne gelb, in der Mitte schwarz und hinten weiß behaart. Die dritte Variante Volucella bombylans haemorrhoidalis ist seltener als die anderen beiden. Sie gleicht plumata, hat aber einen roten Punkt auf dem Hinterleib. Es gibt zwischen allen Varianten auch noch Übergangsformen.

Verbreitung, Vorkommen und Larven:
Hummelschwebfliegen sind in ganz Europa, in Sibirien, Zentralasien und in Nordamerika verbreitet. In Mitteleuropa ist die Art regelmäßig und gebietsweise auch häufig anzutreffen. Sie fliegt von Mai bis August, mit einem Höhepunkt im Juni. Man findet diese Schwebfliegen in Blumenwiesen, in Gärten, an Weg- und Waldrändern und auf Waldlichtungen. Besonders häufig werden die Blüten der Acker-Kratzdistel, von Skabiosen, Himbeeren, Geißfuß und Liguster besucht. Blaue Blüten werden bevorzugt.

Die Larven der Hummel-Waldschwebfliege leben in Nestern von Stein- und Gartenhummeln, auch in Nestern der Deutschen Wespe. Sie leben jedoch nicht parasitisch, sondern kommensalisch, das heißt sie sind lediglich Mitesser, die dem Hummelnachwuchs nicht gefährlich werden.

Literatur:
Kormann, Kurt: Fauna Naturführer, Band 1: Schwebfliegen und Blasenkopffliegen Mitteleuropas, Fauna -Verlag, Nottuln.
Reemer, Menno: Zweefvliegen Veldgids (Diptera, Syrphidae). Jeugdbondsuitgeverij.
Reichhoff-Riehm, Helgard: Steinbachs Naturführer, Insekten. Mosaik-Verlag München.
Schmid, Ulrich: Auf gläsernen Schwingen: Schwebfliegen, Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Heft 40, Stuttgart.



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