Narzissenschwebfliege

Narzissenschwebfliege (Merodon equestris)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Familie: Schwebfliegen (Syrphidae)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00203

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Die meisten Schwebfliegen sind aus menschlicher Sicht betrachtet große Nützlinge. Ihre Larven können während ihrer Entwicklungszeit mehrere tausend Blattläuse verzehren und wirken auf diese Weise als unbedenkliche biologische Schädlingsvertilgungsmittel.
Doch es gibt auch einige wenige Arten, die wirkliche Schäden hervorrufen können. Zu diesen Arten gehört die Narzissenschwebfliege, deren Larven in den Zwiebeln von Narzissen und anderen Zwiebelgewächsen leben. Die Larven fressen im Herz der Zwiebel, bis diese zu faulen beginnt. So können in Ziergärten die Narzissenbestände nach und nach zurückgehen und die Gärtner verzweifeln lassen. Dort wo Narzissen gewerblich angebaut werden, etwa in den Niederlanden, versucht man deshalb mitunter auch mit chemischen Mitteln diese Schwebfliege und andere aus den Gattungen Merodon und Eumerus zu bekämpfen. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass Larven von Merodon equestris durch einen weltweiten Handel mit Blumenzwiebeln auch in ferne Gebiete exportiert wurden. So hat die Narzissenschwebfliege ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet innerhalb Europas stark ausweiten können und kommt heute auch schon außer in Nordafrika in Nordamerika und Neuseeland vor.

In Mitteleuropa ist die Narzissenschwebfliege stellenweise in der Nähe von Gärten und Siedlungen sehr häufig. Sie hält sich bevorzugt an sonnigen, vegetationsfreien Plätzen auf.
Sie wird 11-14 mm lang und fliegt von (April) Mai bis August und ist im Mai/Juni am häufigsten zu beobachten.

Diese hummelähnliche Fliege ist in der Färbung sehr variabel. Sieben verschiedene Färbungsvarianten sind bekannt ( Variante equestris, nobilis, bulborum, flavicans, narcissi transversalis und validus) und je nach Haarfärbung kann diese Art mit verschiedenen hummelähnlichen Schwebfliegen verwechselt werden. Die Fühler sind braun, das Gesicht ist am Mundrand vorgewölbt und die Stirn ist gelblich, die Augen sind hell behaart. Das Mesonotum (Brust) ist ein- oder zweifarbig behaart. Der Hinterleib ist dicht behaart, die Behaarung variiert nach Färbungsvariante. Die grauen Flügel weisen braune Adern auf. Die Beine sind schwarz, die Hinterschenkel sind stark verdickt. Die Schienen (Tibia) am Unterschenkel weisen an der Unterseite stumpfe Höcker auf. Auch die Weibchen sind wie die Männchen in der Haarfärbung sehr variabel.

Narzissenschwebfliegen besuchen am liebsten die Blüten von Löwenzahn und Storchschnabel sowie von Kriechendem und Scharfem Hahnenfuß. Die Fliegen legen ihre Eier in der Nähe oder in die Grundblätter der Futterpflanze (neben Narzissen vor allem auch Lilien) ab. Die überwinternde Larve bohrt sich in die Futterpflanze ein und verpuppt sich im Frühling in der Erde.
Im Unterschied zu den meisten anderen Schwebfliegenarten erhielt die Gemeine Narzissenschwebfliege früh einen deutschen Namen, denn schon lange ist der Schaden, den sie anrichten kann, bekannt.

Literatur:
Kormann, Kurt: Fauna Naturführer, band 1: Schwebfliegen und Blasenkopffliegen Mitteleuropas, Fauna -Verlag, Nottuln.
Reemer, Menno: Zweefvliegen Veldgids (Diptera, Syrphidae). Jeugdbondsuitgeverij.
Schmid, Ulrich: Auf gläsernen Schwingen: Schwebfliegen, Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Heft 40, Stuttgart.



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