Hornissenschwebfliege

Hornissenschwebfliege (Volucella zonaria)
syn. Große Waldschwebfliege

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung:
Zweiflügler (Diptera)
Familie:
Schwebfliegen (Syrphidae)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00202

Alle Fotos: Matthias Zimmermann

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Die Hornissen –Schwebfliege, auch Große Waldschwebfliege genannt, ist allein durch ihre Größe eine Schwebfliegenart, die nicht so leicht zu verwechseln ist. Immerhin 18-20 mm kann sie groß werden. Ähnlich ist ihr am ehesten Volucella inanis, die Gebänderte Waldschwebfliege, doch die hat drei und nicht zwei schwarze Binden auf dem Hinterleib.
Mimikry nennt man die Schutztracht wehrloser Tiere, die in Körpergestalt und Färbung wehrhafte oder anders geschützte Tiere „nachahmen“. Mimikry kann auch andere Sinne als nur den Gesichtssinn überlisten. So schlagen etwa Keilfleckschwebfliegenarten (Eristalis -Arten) mit etwa derselben Frequenz mit den Flügeln wie Honigbienen und erzeugen damit dieselbe Tonhöhe. Dieser Summton kann auch im Sitzen vorgebracht werden. Eristalis-Arten, die diese Geräusche nicht hervorbringen, werden viel häufiger von Singvögeln gefressen als die summenden Arten.

Wie viele Schwebfliegenarten ist Volucella zonaria schwarz-gelb gefärbt. Schwarz-gelbe Farbmuster stoßen bei unerfahrenen Vögeln spontan auf Ablehnung. Das jedenfalls ergaben Versuche mit jungen Staren. Auf die Dauer wird schwarz-gelbe Beute aber nur gemieden, wenn auch unangenehme Erfahrungen vom Beutegreifer gemacht werden, wenn er sich schließlich doch traut.

Bei der Hornissen-Schwebfliege wurde wie auch bei anderen Arten nachgewiesen, dass die farbliche Ähnlichkeit mit schwarz-gelben Wespen oder Hornissen auch dann besteht, wenn die Hornissen-Schwebfliege nicht mit den Augen von Menschen, sondern mit den Augen anderer Insekten und auch von Vögeln betrachtet werden. Vögel und Insekten sehen nämlich noch weit in den UV-Bereich hinein. Noch unerfahrene Jungvögel stellen mitunter aber auch giftigen Hautflügler nach, die allerdings ekelhaft schmecken.

Von diesen negativen Erfahrungen der Vögel profitieren dann die Schwebfliegen, die aufgrund ihrer schwarz –gelben -Schutztracht dann nicht mehr gefressen werden, obwohl sie weder giftig sind, noch schlecht schmecken. Die Schutztracht rettet der Schwebfliege also oft das Leben.
Allerdings funktioniert Mimikry nicht immer: Grauschnäpper z.B. können sehr wohl Schwebfliegen von giftigen, Stachel bewehrten Arten unterscheiden. Sie unterscheiden sogar Bienenarbeiterinnen von Drohnen und fressen nur letztere. Hummeln und Wespen werden von Grauschnäppern auch gefressen, doch zuvor werden diese Insekten gegen eine Unterlage geschlagen oder gerieben. Schwebfliegen dagegen werden einfach geschluckt. Mimikry schützt also oft, aber längst nicht immer!

Hornissenschwebfliege Seitenansicht

Hornissen-Schwebfliegen sind eher seltene Schwebfliegen, die in ganz Europa, in Westsibirien und in Nordafrika verbreitet sind. Am liebsten halten sich diese Schwebfliegen in Mitteleuropa in der Nähe von Wäldern auf ungemähten Wiesen auf und besuchen vor allem Baldrian, Dost, Rossminze, Skabiosen, Hartriegel, Liguster und andere blühende Sträucher. Ihre Flugzeit erstreckt sich von Juni bis September. Am häufigsten sind sie im Juli/August. Im Süden sind Hornissen-Schwebfliegen häufiger als im Norden und jährliche Bestandsschwankungen in Mitteleuropa deuten darauf hin, dass es sich um eine mediterrane Wanderart handelt. Die Larven von Hornissen-Schwebfliegen wurden in Wespen- und Hornissennestern gefunden.

Beschreibung:
Die sehr große und breite Fliege hat eine gelbe Stirn und gelbe Fühler. Das Gesicht ist wachsgelb mit braunen Backen. Die Augen sind dicht, aber nur kurz behaart. Die Brust ist rotbraun und glänzt stark. Das Schildchen ist braungelb. Der Hinterleib ist rotgelb gefärbt. Zwei breite schwarze Binden ziehen sich darüber. Das erste Körpersegment ist schwarz. Die Beine sind rotbraun, die Schenkel sind an der Basis schwarz. Die Stirn des Weibchens ist gelb und 1/7 so breit wie der Kopf.

Literatur:
Bothe, Gerald: Schwebfliegen, Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, Hamburg.
Kormann, Kurt: Fauna Naturführer, Band 1: Schwebfliegen und Blasenkopffliegen Mitteleuropas, Fauna -Verlag, Nottuln.
Sauer, Frieder: Sauers Naturführer, Fliegen und Mücken, Karlsfeld.
Schmid, Ulrich: Auf gläsernen Schwingen: Schwebfliegen, Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Heft 40, Stuttgart.



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