Zwergammer

Zwergammer (Emberiza pusilla)

Familie: Ammern (Emberizidae)
Unterordnung: Singvögel (Passeres)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00195

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Status in Mitteleuropa
Die Zwergammer ist in Mitteleuropa nur ein sehr seltener Gast. So gab es in der Schweiz bis 1990 nur 13 Einzelnachweise; in Belgien wurden bis 1989  35 Individuen festgestellt, in den Niederlanden bis 1990  51; auch in Polen (10 Nachweise bis 1989), in Frankreich (28 Individuen von 1981 –1990) oder in Österreich (Gast im Burgenland 1988) ist die Zwergammer eine Ausnahmeerscheinung.

In Deutschland scheint die Zwergammer wohl alljährlich in einzelnen Exemplaren in Helgoland aufzutauchen, wo der Verfasser auch am 1.11. 2005 die Fotos aufnehmen konnte.

Zwergammer am Boden

Verbreitung, Bestand und Zugverhalten:
Zwergammern sind Brutvögel in der borealen Zone der Paläarktis von Nord-Fennoskandien bis Nordost-Sibirien. Jährlich kommen einzelne Zwergammern alsste an die Nordsee. In Finnland brüteten um 1987 rund 1000 Paare, die ersten Brutvögel wurden dort erst seit ca. 1930 nachgewiesen. Zwergammern sind Zugvögel, die teilweise in Südschweden überwintern, im Allgemeinen als Langstreckenzieher ihr Winterquartier in Südasien von Nordostindien und Nepal bis Südchina einschlagen.

Zwergammer auf Weg

Beschreibung:
Zwergammern sind die kleinsten Ammern in Europa und mit 13 cm Länge deutlich kleiner als Rohrammern. Der schwarzbraune Schnabel ist feiner und wirkt deshalb länger als bei der Rohrammer. Die Beine sind relativ kurz, der Schwanz wirkt kürzer als bei der Rohrammer. Zur Brutzeit sind Scheitel und Wangen kastanienbraun und kräftig schwarz begrenzt. Zwergammern haben eine braune Oberseite, die schwarz gestreift ist. Die Unterseite ist weißlich und ebenfalls mit feinen schwarzen Streifen besonders an der Vorderbrust und an den Seiten versehen. Das Weibchen ist insgesamt matter gefärbt.

Lebensraum und Nahrung:
Die Zwergammer brütet in der Tundra am Wasser. Weidengebüsche in Flusstälern und Sümpfen sagen ihr zu. Auch in lichten Birkenwäldern brüten Zwergammern. Auf dem Zug und im Winter findet man Zwergammern auf spärlich bewachsenen offenen Flächen. Die Vögel brüten am Boden in Zwergweiden- und Weidengestrüpp. Sie ernähren sich vor allem von kleinen Sämereien, nehmen im Sommer aber auch Insekten auf.

Brut
Zum Bau ihres Nestes verwendet die Zwergammer Halme, Flechten und Moos. Die Innenseite des Nestes, das am Boden oder in Bodennähe im Zwergweidengestrüpp oder kleinwüchsigen Birken errichtet wird, wird mit feinem Gras und Tierhaaren ausgekleidet und ist dadurch gut gegen Kälte isoliert. Die vier bis fünf hellgrauen bis grünlichen Eier werden 11 oder 12 Tage bebrütet. Es findet eine Jahresbrut statt, selten auch zwei.

Literatur:
Bezzel, Einhard: Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Passeres Singvögel, Wiesbaden.
Glutz und Bauer: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 13- Passeriformes (4.Teil), Wiesbaden.
Peterson u.a.: Die Vögel Europas, Hamburg und Berlin.



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