Hirtentäschel

Hirtentäschel-Kraut (Capsella bursa-pastoris)

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00176

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Das Hirtentäschel ist eine der Pflanzenarten, die als typisches „Unkraut“ gelten und von ordnungsliebenden Menschen aus Beeten gezupft und von den Wegrändern entfernt werden.

Dabei ist das Pflänzchen nur auf den ersten Blick unansehnlich und unscheinbar.

Wer jedoch seinen Blick für die kleinen alltäglichen Dinge bewahrt hat, dem fällt die Schönheit des Pflänzchens auf: Aus einer Blattrosette steigt ein schlanker Stängel etwa 20 cm hoch auf und trägt traubig angeordnete weiße Blüten.

Man braucht schon beinahe eine Lupe, um zu erkennen, dass die kleinen Blüten vier Blütenblätter haben. Weil diese Blüten, deren Kronblätter 2-3 mm lang sind, über Kreuz angeordnet sind, erhielt die Familie, zu der das Hirtentäschel gehört, den Namen Kreuzblütler.

Käfer und Fliegen besuchen diese Blüten. Nach der Befruchtung gehen aus ihnen herzförmige Schötchen hervor. Diese dreieckigen Früchte erinnerten die Menschen früher an die Umhängetaschen der Hirten. Auch wenn heute solche Umhängetaschen nicht mehr bekannt sind, behielt das Hirtentäschel seinen Namen.

Die Frucht, die das Hirtentäschelkraut gut kennzeichnet, enthält unzählige Samen. Sie keimen leicht aus und überall findet man blühende, fruchtende und junge Exemplare oft direkt nebeneinander. Selbst in milden Wintern blüht das extrem kälteresistente Kraut (selbst unter einer Schneedecke bleiben die Blattrosetten grün), das sehr unterschiedlich aussehen kann und ein- oder zweijährig ist. Hirtentäschel ist meistens behaart, nur selten kahl. Die Grundblätter sind länglich und schmal und gezähnt bis fiederspaltig, selten auch ganzrandig.

Auf nährstoffreichen Standorten wie Komposthaufen und Wegrändern kann das Hirtentäschel manchmal eine Höhe von bis zu 70 cm erreichen, in Mauerritzen oder zwischen Pflastersteinen und an anderen nährstoffarmen Standorten bleibt das Pflänzchen winzig. Es wächst aber praktisch überall und ist ungeheuer anpassungsfähig.

Dem Hirtentäschel wird eine gewisse Heilwirkung zuerkannt. So soll das Kraut blutstillend und blutgerinnungsfördernd sein und bei Wunden, Nasen- und Zahnbluten verwendbar sein. Es gilt auch als kreislauf- und stoffwechselregulierend. Zubereitet wird das Hirtentäschel als Tee. Doch Vorsicht ist geboten, denn das Hirtentäschel gilt als leicht giftig.

Literatur:
Fitter, Fitter, Blamey: Pareys Blumenbuch. Wildblühende Pflanzen Deutschlands und Nordwesteuropas, Hamburg und Berlin.
Bertram Münker, Die farbigen Naturführer (Hg. G. Steinbach) –Wildblumen. München.
Hermann Grömping, Mit Wildblumen durch den Sommer, Borken.
Wilfried Weustenfeld, Heilpflanzen erkennen- sammeln- anwenden, Melsungen.



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