Helle Sumpfschwebfliege

Helle Sumpfschwebfliege (Helophilus pendulus)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung:
Zweiflügler (Diptera)
Familie:
Schwebfliegen (Syrphidae)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00164

► mehr Schwebfliegen


Wie bei den anderen Helophilus-Arten fallen einem die vier gelben Längsstreifen auf dem Mesonotum auf, wenn man diese Schwebfliege betrachtet. Zu erkennen ist die Art aber sicher durch die Zeichnung auf dem zweiten und dritten Hinterleibssegment, die sich von Helophilus triviattus und Helophilus pendulus eindeutig unterscheidet.

Helophilus hybridus ist mit 13-16 mm Länge eine recht stattliche Schwebfliege. Die Augen der Helophilus-Arten sind auch beim Männchen schmal getrennt, beim Weibchen breit. Helophilus hybridus hat eine schwarze Gesichtsstrieme; das Mesonotum ist schwarz und weist wie erwähnt vier gelbe Längsstreifen auf. Das Schildchen ist bräunlich gelb. Die beiden gelben Flecken des zweiten Hinterleibsegmentes erreichen beim Männchen den Hinterrand, beim Weibchen nicht ganz.

Mit der Lupe erkennt man ferner, dass die Hinterschiene der Beine an der Basis zu einem Viertel bis einem Drittel gelbrot sind; die Hinterschenkel sind ganz schwarz oder nur an der Spitze sehr schmal gelb.

Die Helle Sumpfschwebfliege kommt in Europa und Sibirien vor und erreicht auch Ostasien und Nordamerika. In Mitteleuropa ist diese Art meistens selten, in manchen Jahren aber auch häufiger und kommt in der Nähe von Gewässern, auf Wiesen, an Wegrändern und in Gärten vor. Möglicherweise hat sie ihr Areal in den letzten Jahrzehnten ausgeweitet, denn in vielen alten Schwebfliegenkollektionen fehlt diese Art.

Die Helle Sumpfschwebfliege fliegt von Mai bis September. Man findet Helophilus hybridus an Dost, Disteln, Baldrian, Skabiosen und Korbblütlern; vor allem zur Goldrute fühlte sie sich in meinem Garten hingezogen.

Die Sumpfschwebfliegenarten sind ausgesprochene Wanderarten wie insgesamt etwa 30 Schwebfliegenarten in Europa. Die Wanderungen liegen zwischen Juli und Oktober und die Richtung des Wanderfluges geht nach Süden und Südwesten.

Die Rattenschwanzlarven der Helophilus-Arten leben in stehenden, schlammigen Gewässern, mitunter sogar in sauerstofflosen Jauchegruben. Larven von Helophilus hybridus wurden in verrotteten Rohrkolben-Rhizomen gefunden. Das Hinterende dieser Larven zieht sich zu einem langen Schnorchel hin. Mit diesem Schnorchel schöpft die Larve an der Oberfläche ihrer sauerstoffarmen Umgebung Frischluft. Es ist also das Atemrohr der Larve. Die Schwebfliegen selbst kommen nicht nur in Feuchtgebieten, sondern auch weitab davon in Gärten und trockenen Biotopen vor.

Literatur:
Barendregt, Aat: Zweefvliegentabel, Jeugdbondsuitgeverij, Utrecht.
Bothe, Gerald: Schwebfliegen, DJN, Hamburg.
Kormann, Kurt: Fauna Naturführer, Band 1: Schwebfliegen und Blasenkopffliegen Mitteleuropas, Fauna -Verlag, Nottuln.
Reemer, Menno: Zweefvliegen Veldgids, Jeugdbondsuitgeverij, 2000.
Sauer, Frieder: Sauers Naturführer, Fliegen und Mücken nach Farbfotos erkannt, Fauna - Verlag, Karlsfeld.
Verlinden, L. & Decleer, K.: The Hoverflies of Belgium and their faunistics, Brüssel.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Helle Sumpfschwebfliege

Natur-Lexikon.com