Wilde Möhre

Wilde Möhre (daucus carota ssp. carota)

Familie: Doldenblütler (Umbelliferae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00163

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Die Wilde Möhre gehört zu den ältesten Kulturpflanzen und war schon den Bauern der Jungsteinzeit bekannt. Dass die spindelartigen Wurzeln eine enorme Dicke erreichen konnten, hatte man bereits erkannt.

Durch die Kultivierung des Menschen entstand aus der Wilden Möhre ein wichtiges und ausgesprochen gesundes Gemüse. Schon die Wurzeln der Wilden Möhre enthalten schwach basische Mineralstoffe, Zucker und Vitamine (Karotin und Hydrokarotin), die für die menschliche Ernährung wichtig sind. Neben dem Karotin, dem Provitamin des wichtigen Vitamin A, enthalten die Wurzeln der Kulturmöhren außerdem noch die Vitamine C und B.

Stammmutter der Kulturmöhre ist neben der Wilden Möhre (Daucus carota ssp. carota) vermutlich auch noch Daucus carota ssp. maximus; aus einer Kreuzung dieser beiden Rassen sind unsere Möhren, die es in den verschiedensten Sorten gibt, wohl hervorgegangen.

Die Wilde Möhre ist eine meistens zweijährige, manchmal auch mehrjährige Wildpflanze, die im ersten Jahr nur eine Blattrosette entwickelt, mit der sie Nährstoffe bildet, die sie in der dicken Wurzel speichert. Sie gedeiht auf fast allen Böden, aber scheint Kalk- und leichte Sandböden zu bevorzugen. Wilde Möhren wachsen in Wiesen und auf Feldern, an Wegrändern, auf Magerrasen, Triften, Böschungen und an steinigen Abhängen. Verbreitet ist die Wilde Möhre in ganz Mittel- und Südeuropa. Im Norden reicht ihr Verbreitungsgebiet bis Südnorwegen und Mittelschweden. In Deutschland kommt die Wilde Möhre überall vor und ist meistens häufig; in höheren Lagen wird sie seltener.

Im zweiten Jahr treibt die Pflanze ihren 50-100 cm hohen, borstig behaarten Stängel mit den flach ausgebreiteten Blütendolden. Die Blütendolden sind aus vielen kleinen Dolden zusammengesetzt, die ihrerseits aus vielen kleinen Blüten bestehen. Aus Hunderten von kleinen, unscheinbaren Blüten entsteht so ein großer, attraktiver Gesamtblütenstand. Dieser Blütenstand zieht wie bei allen Doldenblütlern Insekten wie Bienen, Schwebfliegen und Käfer geradezu magisch an.

Das Laub ist dekorativ, ähnlich wie bei kultivierten Möhrensorten; die Blätter sind zwei- oder dreifach, selten auch vierfach gefiedert und weisen feine Zipfel auf.

Zur Blütezeit ab Anfang Juni bis etwa Ende August ist der weiße Blütenstand flach gewölbt und hat in seiner Mitte zumeist eine dunkelpurpurne oder auch ganz schwarz gefärbte „Möhrenblüte“. Diesen schwarzen Blüten verdankt die Pflanze ihren Namen. Übrigens gibt es sonst im Pflanzenreich keine weiteren rein schwarzen Blüten.

Nach der Bestäubung neigen sich die Strahlen der Doldenblüte zur Fruchtreife so zusammen, dass in der Mitte der Dolde eine nestartige Vertiefung entsteht. Die Früchte enthalten ätherische Öle, die entwurmende Wirkung haben. Es sind rippige Schließfrüchte, die hakige Stacheln aufweisen

Literatur:
Fitter, Fitter, Blamey: Pareys Blumenbuch, Hamburg und Berlin.
Grömping, Hermann: Mit Wildblumen durch den Sommer, Borken.
Münker, Bertram: Die farbigen Naturführer (Hg. G. Steinbach) –Wildblumen. München.
Vetvicka,V., Pflanzen auf Wiesen und am Wasser, Hanau.



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