Saatmohn

Saatmohn (Papaver dubium)

Familie: Mohngewächse (Papaveraceae )

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00152

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Auf ungespritzten Randstreifen von Äckern und an Weg- und Straßenrändern sowie auf Schuttplätzen und Ödland wächst der Saatmohn. Er ist die typische Mohnart sandiger Gegenden wie zum Beispiel dem Münsterland und liebt kalkarme Böden. Dadurch unterscheidet er sich vom viel bekannteren Klatschmohn, der kalkreiche, offene und warme Lehmböden bevorzugt.

Saatmohn Wiese

Saat- und Klatschmohn sind eigentlich Ackerwildblumen, die einst zusammen mit Kamille und Kornblume das bunte Sommerbild des wogenden Kornfeldes ausmachten. Doch durch die Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln sind farbenprächtige Kornfelder selten geworden. Ackerwildblumen sind einjährige Pflanzen; das bedeutet, ihr kompletter Lebenszyklus muss sich innerhalb eines einzigen Jahres vollziehen. In dieser Zeit müssen sie keimen, wachsen, blühen und Samen hervorbringen. Zum Keimen benötigen die Samen des Mohns Licht, nur wenn sie auf offenen Boden fallen, können sie sich entwickeln. Deshalb sieht man Mohn überall dort, wo neue Straßenböschungen entstehen oder wo Boden ausgehoben wird. Auf den Feldern, die eigentlich für ihn den idealen Lebensraum ausmachen, ist er aufgrund des Herbizideinsatzes so gut wie verschwunden.

Saatmohn nah

Saatmohn treibt von Mai bis August auf langen, dünnen Stängeln, die 30-60 cm hoch werden, Blütenknospen. Diese nicken zunächst. An einem sonnigen Tag richten sich die Knospen dann auf, die borstigen Kelchblätter fallen ab und wie Flügel eines Schmetterlings entfalten sich die blassroten, 3-7 cm breiten Blütenblätter.

Im Vergleich zum Klatschmohn sind die Blütenblätter fast immer blasser, auch fehlt das schwarze Blütenzentrum, das beim Klatschmohn oft ausgeprägt vorhanden ist. Die einmal geöffneten Blüten halten sich nicht lange am Stängel. Wer schon einmal Mohn in einem Feldblumenstrauß für die Vase gesammelt hat, der weiß, dass die prächtigen Blütenblätter meist schon am gleichen Abend abfallen.

Saatmohn Makro

Zurück bleibt die keulenförmige Fruchtkapsel, in der die Samen heranreifen. An den Kapseln kann man Saat- und Klatschmohn gut unterscheiden. Die Kapseln des Saatmohns sind lang und schmal, die des Klatschmohns breit und kurz. Auch haben die kahlen Fruchtkapseln des Saatmohns nur 6-8 Narbenarme. Wenn die Samen reif sind, öffnen sich die Kapseln am oberen Ende und die Samen fallen wie bei einem Salzstreuer heraus.
Wie der Klatschmohn besitzt auch der Saatmohn gefiederte und behaarte Blätter mit weißem Milchsaft.

Literatur:
Bertram Münker, Die farbigen Naturführer (Hg. G. Steinbach) –Wildblumen. München.
Hermann Grömping, Mit Wildblumen durch den Sommer, Borken.



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