Kuhreiher

Kuhreiher (Ardeola ibis)
syn. Bubulcus ibis

Gattung Ardeola
Familie: Reiher (Ardeidae)
Ordnung: Schreitvögel (Ciconiiformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00145

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Kuhreiher sind hauptsächlich afrikanische Vögel, die in ganz Afrika und in Südasien verbreitet sind. Daneben brüten die kleinen Reiher auch in Portugal und Südspanien und seit 1968 in der Camargue. Waren es zuerst nur zwei Brutpaare, wuchs die Zahl dort stetig an und 1980 brüteten bereits fast 500 Paare in der Camargue. Im harten Winter 1981 kam es dann zu großen Verlusten, aber danach stieg die Zahl der Kuhreiher wieder kontinuierlich an und mittlerweile dürften mindestens tausend Brutpaare in Südfrankreich heimisch sein.

Kuhreiher im Flug

Ohne menschliche Hilfe hat der Kuhreiher von Afrika aus Amerika von den südlichen Bundesstaaten der USA bis nach Bolivien besiedelt und von Südasien aus auch Australien erreicht. In Mitteleuropa treten Kuhreiher bisher nur als Irrgäste auf, die anpassungsfähige und sich ausbreitende Art könnte über kurz oder lang aber ihr Brutgebiet über Südwesteuropa hinaus ausbreiten.

Kuhreiher nah

Kuhreiher ernähren sich in erster Linie von Heuschrecken und anderen größeren Landinsekten. Sie schließen sich gern dem Vieh oder in Afrika dem Großwild an und fangen die aufgescheuchten Insekten; auch liest der Kuhreiher den Stieren und Pferden in der Camargue und den Elefanten und Büffeln in Afrika Parasiten ab. Neben Insekten erbeuten die Reiher auch Frösche und allerlei Wassertiere. Im Winter ist diese Nahrung in Südfrankreich nicht erreichbar. Doch ziehen die Vögel dennoch nicht weg, sondern harren weiter in der Camargue aus. Das gelingt, weil Kuhreiher ihre Nahrungsstrategie umstellen.

Während die Vögel im Sommer unermüdlich hin und her laufen, um Insekten aufzuscheuchen, schonen sie im Winter dagegen ihre Energien und laufen nicht hin und her, sondern bleiben bewegungslos an einer Stelle stehen und warten bis eine Maus in ihre Reichweite kommt, die sie mit dem Harpunenschnabel erbeuten.

Kuhreiher im Baum

Im Jugendkleid sind Kuhreiher reinweiß gefärbt, erwachsene Reiher habe gelbrötliche steife Schmuckfedern an Oberkopf, Rücken und Brust, außerhalb der Brutzeit sind diese nur angedeutet. Durch den hellen und kurzen Schnabel und die hellen Beine, die gelb und in der Brutzeit rot sind, ist der Kuhreiher leicht vom Seidenreiher zu unterscheiden. In der Brustmitte haben Kuhreiher einen bräunlich-roten Schmuckfederfleck.

Mit 50 cm Körpergröße sind Kuhreiher etwa bussardgroß, ihre Flügelspannweite beträgt 95 cm. Kuhreiher sind ausgesprochen gesellige Vögel, die nicht nur die Nähe zu Artgenossen, sondern auch zu anderen Reihern suchen. Sie brüten in oft großen Kolonien auf Baum- oder Buschgruppen. Diese können auch fernab vom Wasser liegen. Überhaupt ist der Kuhreiher die Reiherart, die sich am meisten auch in völlig trockenen Gebieten aufhält.

Kuhreiher Futtersuche


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