Blässralle

Blässralle (Fulica atra)

Familie: Rallen (Rallidae)
Ordnung: Rallen- und Kranichvögel (Gruiformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00141

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Mit keiner anderen Vogelart sind sie zu verwechseln, die knapp entengroßen, hoch im Wasser liegenden schwarzen Schwimmvögel mit ihren leuchtend weißen Stirnschildern. Die häufigen Blässrallen, allgemein auch Blässhühner genannt, sind an den meisten Orten längst an Menschen gewöhnt und lassen sich auch allzu gern von ihnen wie Enten füttern. Als Gegenleistung darf man sie dann mit ihrem Nachwuchs bewundern und bekommt die Gelegenheit, ihr interessantes Verhalten zu studieren.

Blässralle mit Nachwuchs

Ihre Nahrung, die aus unterschiedlichen Pflanzenteilen besteht, picken sie von der Wasseroberfläche auf oder sie gründeln nach Art der Stockenten mit dem Kopf im Wasser. Auch tauchen die Vögel gerne. Junge Schilfsprossen brechen sie mit dem Schnabel ab. Häufig kann man gut beobachten, wie die erwachsenen Tiere am Ufer aus dem Wasser hochspringen, um Schilfblätter herunterzuholen.

Blässralle schwimmt

Die Jungen betteln ihre Eltern mit einem Wackeln ihrer goldroten Köpfchen an und bekommen dann von ihnen das Futter vorgehalten. Bis zu zehn Junge kann ein einzelnes Blässrallenpaar haben, aber meist reduziert sich die Zahl der Jungen durch Feinde wie Ratten, Wiesel, Hechte, Krähen, Möwen, Rohrweihen oder durch Witterungseinflüsse. Die Jungen werden schon im ersten Lebensjahr geschlechtsreif, doch brüten selbst im zweiten Lebensjahr noch nicht alle Blässhühner. Im allgemeinen wird eine Saisonehe eingegangen, es gibt aber auch Paare, die länger als ein Jahr zusammen bleiben.

Die Brutplätze werden in Mitteleuropa je nach Witterung schon ab Ende Februar/Anfang März bezogen, neben Zugvögeln gibt es auch Vögel, die im Winter im Revier ausharren und dieses dann auch bereits verteidigen. Das Nest wird in dichter Ufervegetation in 0,1-1m tiefem Wasser gebaut. Meistens ist es nicht weit von der offenen Wasserfläche entfernt. Manchmal wird das Nest in wesentlich tieferem Wasser an Ästen, die ins Wasser ragen, befestigt und auch Schwimmnester bauen Blässrallen. Im allgemeinen brüten Blässrallen nur einmal, es kommt aber nicht selten zu Zweitbruten. Wird die erste Brut zerstört, gibt es immer Nachgelege, bis zu vier hintereinander. Die Jungen schlüpfen nach 22-24 Tagen. Sie werden nach acht Wochen flugfähig, bleiben aber noch eine Zeit lang im elterlichen Revier.

Flaches Wasser, reicher Pflanzenbewuchs, schlammiger Boden und offene Wasserflächen sagen der Blässralle zu und erklären ihr zahlreiches Vorkommen zum Beispiel an nährstoffreichen Gewässern wie Schlossteichen und –gräften. Besonders im Winter sind Blässrallen sehr gesellig. Trupps von mehreren hundert oder gar tausend Vögeln kann man dann auf Parkteichen und Kiesgruben und auf Stauseen antreffen.

Bei aller Geselligkeit kommt es bei Blässrallen aber auch immer wieder zu Streitereien. Wie die Furien hacken sie mit gesträubtem Halsgefieder aufeinander ein oder vertreiben aus unerfindlichen Gründen eines der älteren Jungen.

Blässralle im Schilf

Ab Mitte April bis weit in den Sommer hinein kann man die Blässrallen bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten. Sie halten sich fast stets auf dem Wasser auf, grasen und rasten nur gelegentlich am Ufer. Die älteren Geschwister helfen den Eltern beim Füttern der Küken.

Selten kann man auch beobachten, wie die Rallen mit langem, rasanten Anlauf zum Flug starten und erst abheben, wenn sie genügend Luft unter den schwingen haben.



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