Sanderling

Sanderling (Calidris alba)

Gattung: Strandläufer (Calidris)
Familie: Schnepfen (Scolopacidae)
Ordnung: Wat-, Möwen-, Alkenvögel (Charadriiformes)
Klasse: Vögel (Aves)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00139

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An ein aufgezogenes Spielzeug erinnert der Sanderling, wenn er an Sandstränden auf der Suche nach Nahrung wie auf Rädern vor den zurückweichenden Wellen herläuft. So manch ein Strandspaziergänger bleibt fasziniert stehen und schaut dem kleinen Vogel ausdauernd zu. Nur der Sanderling läuft so vor den Wellen her und lässt sich allein dadurch von den anderen Strandläufern gut unterscheiden. Er ist in seiner Nahrungswahl auf Kleintiere spezialisiert, die von den auflaufenden Wellen mitgebracht werden und ist dabei ständig bestrebt, dem Wasser auszuweichen.

Sanderling mit Beute

Der etwa 18 cm große Vogel brütet in der hocharktischen Tundra. Hier kann er sich aufgrund der extremen Wetterverhältnisse nur wenige Monate aufhalten. Deshalb taucht er schon im späten Sommer an den Küsten auf und hält sich dort besonders gern an flachen Sandstränden auf. Im Winterkleid wirkt das Vögelchen sehr hell, doch die Kanten der Flügel sind schwarz. Auch die Beine und der Schnabel sind schwarz. Im Brutkleid sind Sanderlinge im Bereich der Vorderbrust, des Kopfes, des Halses und des Rückens braun geschuppt. Als einziger Strandläufer hat der Sanderling keine Hinterzehe, daher rührt sein niederländischer Name Drieteenstrandloper (Dreizehenstrandläufer).

Sanderling am Wassersaum

Typischer Brutbiotop des Sanderlings ist die Flechtentundra, auch an relativ trockenen Teilen der arktischen Tundra brütet der Vogel. Auf steinigen, trockenen Erhebungen und an schwach geneigten Hängen sind die Nistplätze des Sanderlings dort gewöhnlich zu finden. In der Nähe sollten feuchte Senken oder Sümpfe liegen, damit die Vögel dem Nahrungserwerb nachgehen können. Bereits vor Ankunft am Brutplatz oder kurz danach erfolgt die Paarbildung. Meistens liegt dann dort noch Schnee und deshalb halten sich die Sanderlinge erst an der Küste auf. Nach der Schneeschmelze besetzen sie ihre Reviere.

Sanderling Gruppe

Wahrscheinlich sucht das Männchen das Brutgebiet aus, das Weibchen hingegen wählt den Nistplatz. Das Nest liegt in einer Mulde zwischen Moos, Flechten oder Kriechweiden auf steinigem Grund. Vier Eier legt das Weibchen frühestens ab Mitte Juni ab, nach durchschnittlich 25 Tagen schlüpfen die Jungen, die im Alter von 17 Tagen bis zu 50 m weit fliegen können.

Zuvor werden die Jungvögel je nach Nahrungsangebot am Nistplatz sofort nach dem Schlüpfen oder spätestens nach 7 Tagen an feuchte Stellen, Bach- oder Flussufer geführt. In der Regel brütet ein Paar zweimal hintereinander. In Grönland haben die Vögel kaum Verluste an Eiern und Jungen zu beklagen, während z.B. auf der Bathurst-Insel in Kanada durch vor allem Raubmöwen Verluste entstehen.

Direkt nach der Brut verlassen die Sanderlinge ihre Brutheimat und ziehen als ausgesprochene Langstreckenzieher an den Küsten entlang bis z.B. nach Südafrika.

Sanderling im Flug

In der 80er-Jahren überwinterten rund 10.000 Sanderlinge im internationalen Wattenmeer, der niederländische Winterbestand betrug etwa 3000 bis 5000 Sanderlinge.

Literatur:
Glutz von Blotzheim, Bauer & Betzel: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 6-Charadriiformes (1. Teil), Wiesbaden.
Versluys, Engelmoer, Blok, Van der Wal: Vogels van Ameland, Leeuwarden.



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