Erlenzeisig

Erlenzeisig (Carduelis spinus)

Familie: Finken (Fringillidae)
Unterordnung: Singvögel (Passeres)
Ordnung: Sperlingsvoegel (Passeriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00137

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Eine zwitschernde Schar von kleinen Vögeln turnt meisenähnlich auf der Suche nach Nahrung in Erlen herum. Geschickt werden Samen aus den Erlenzäpfchen herausgeholt. Plötzlich fliegt die ganze Schar laut rufend auf, um in der nächsten Baumgruppe einzufallen und sich wieder der Nahrungssuche zu widmen.

Erlenzeisig mit Futter

Bei den Vögeln handelt es sich um Erlenzeisige, eine kleine Finkenart, die ihren vorderen Namensteil völlig zurecht trägt, denn sie hat eine deutliche Vorliebe für Erlensamen. Auch an Birken kann man Erlenzeisige beobachten und manchmal kommen die kleinen Finken sogar an Meisenknödel. Erlenzeisige sind etwa blaumeisengroße Vögelchen. Sie haben gelbe Flügelbinden und Schwanzseiten und einen gelblichgrünen Bürzel. Das Männchen ist wesentlich intensiver gefärbt und hat zudem noch einen schwarzen Scheitel und Kinnfleck, das blassere Weibchen ist stärker gestreift als das Männchen.

Erlenzeisig auf Erle

Nur im Winterhalbjahr kann man in weiten Teilen Deutschlands Erlenzeisige antreffen, denn ihre Brutheimat sind die nordischen Nadelwälder und die Gebirge. Ab Oktober treten die Erlenzeisige in ihren winterlichen Nahrungsrevieren in Erscheinung, jedes Jahr in wechselnder Häufigkeit, aber regelmäßig. Die Wanderungen des Erlenzeisigs hängen weitgehend vom Nahrungsangebot ab.

Stets sind Zeisige gesellig, manchmal können sie in Schwärmen von einigen hundert Exemplaren auftreten, doch meistens umfassen die Trupps 30-60 Vögel. Auch mit anderen Vogelarten sind Erlenzeisige häufig vergesellschaftet, besonders mit Stieglitzen und Birkenzeisigen.

Ab und zu setzt sich ein Erlenzeisig vom Trupp ab und trägt in einem Strauch bereits seinen Gesang vor, ein langes, schnelles Zwitschern, das mit einem schwachen Quäken endet. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Zeisige schon während des Zuges singen. Sobald es etwas wärmer wird und die Sonne scheint, kann man einzelne Männchen bereits singen hören. Bis Ende März sind dann die Erlenzeisige aus ihren Winterquartieren verschwunden und in ihre Brutheimat abgewandert.

Dort bauen sie hoch in Nadelbäumen ihr Nest, gewöhnlich in den äußeren Zweigspitzen. Das Nest ist ein fester Napf aus Reisern, Gras und Moos ist und fein mit Haaren, Wolle und Federn ausgelegt wird.. Nur das Weibchen brütet die 4-5 überwiegend weißlich-blauen Eier aus. Die Jungen schlüpfen nach 12 Tagen, werden dann vom Männchen und Weibchen gefüttert und sind nach 15 Tagen flügge. Es finden zwei Jahresbruten von April bis Juni statt. Die Jungen werden mit Insekten gefüttert, bevor sie wie die Altvögel Baumsamen und andere Sämereien aufnehmen.



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