Uferschnepfe

Uferschnepfe (Limosa limosa)

Familie: Schnepfen (Scolopacidae)
Ordnung: Wat-, Möwen-, Alkenvögel (Charadriiformes)
Klasse: Vögel (Aves)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00131

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Die hochbeinigen Uferschnepfen leben auf feuchten Wiesen und halten sich zur Zugzeit auch am Meer und an Schlammflächen im Binnenland auf. Sie erreichen eine Körpergröße von 40 cm. Mit ihren langen, fast geraden Schnäbeln stochern sie im feuchten Boden nach Würmern, Schnecken, Larven und anderen Bodenlebewesen. Auch im flachen Wasser können sie sehr erfolgreich ihre Nahrung suchen und so sieht man sie im Wattenmeer durch das Wasser waten, das ihnen dann bis zum Bauchgefieder reichen kann. Leider sind die Uferschnepfen heute durch die systematische Trockenlegung der Feuchtwiesenbereiche sehr selten geworden und trotz intensiver Bemühungen des Naturschutzes sind sie im Bestand gefährdet. Nur noch im Bereich unserer Küsten sind Uferschnepfen zahlreicher anzutreffen.

Uferschnepfe im Wasser

Nennenswerte Brutbestände sind vor allem noch in den Niederlanden vorhanden, wo bis zu 100.000 Paare Uferschnepfen (ein Drittel davon in Friesland) brüten. Das sind etwa 90% der nordwesteuropäischen Population. Dass die Uferschnepfe in den Niederlanden ein Charaktervogel ist, hängt mit der Vorliebe der Vögel für grundwassernahe feuchte Wiesen zusammen, die im Küstenbereich noch zahlreich zu finden sind. In den Niederlanden werden diese Schnepfen nach ihrem kennzeichnenden Ruf Grutto (Chrütto gesprochen) genannt, in Ostfriesland Greta.

Das Nest bauen die Männchen Ende April/Anfang Mai in heranwachsendem Gras und legen es mit trockenen Halmen aus. Beim Bebrüten der meistens vier Eier wechseln sich Männchen und Weibchen ab. Nach 24 Tagen schlüpfen die Jungen, die dann von beiden Eltern noch vier Wochen geführt werden. Viele Eier und Jungvögel fallen Möwen, Krähen und Rohrweihen zum Opfer, manche Gelege werden vom Weidevieh zertreten oder fallen Mähmaschinen zum Opfer.

Wenn die Jungen im Alter von etwa vier Wochen fliegen können, löst sich die Bindung zwischen Eltern und Kindern in wenigen Tagen auf. Die Eltern aber sind monogam und treffen sich jedes Jahr an ihren Nistgründen wieder. Sie haben eine enge Bindung zu den angestammten Nistplätzen und drei Viertel aller Paare kehren im nächsten Jahr Ende Februar oder Anfang März zum vorjährigen Brutplatz zurück. Manche Uferschnepfen kommen bereits paarweise an.

Im allgemeinen brütet auf einem Hektar geeigneter Wiesenfläche ein Uferschnepfenpaar, allerdings können die Territorien in günstigen Lebensräumen noch deutlich kleiner sein. Im Unterschied zu den Altvögeln haben die Jungvögel keinerlei Bindung an den Ort ihrer Geburt und suchen meistens nicht einmal die nähere Umgebung auf. Bereits im August haben die Uferschnepfen ihre Brutheimat Richtung Afrika verlassen.

Eng verwandt mit der Uferschnepfe ist die ähnliche Pfuhlschnepfe, die aber beträchtlich kürzere Beine hat und etwas kleiner ist. Der Schnabel der Pfuhlschnepfe ist auch nicht gerade, sondern schwach aufwärts gebogen. Zudem hat die Pfuhlschnepfe einen eng gebänderten Schwanz und keine schwarze Endbinde (siehe Foto) am Schwanz.

Uferschnepfe im Flug

Uferschnepfen sind im Vergleich zu anderen Limikolen wenig schreckhaft und nicht scheu. Menschen, die in ihr Brutgebiet eindringen, werden beschimpft und besonders während der Schlüpf- und frühen Führungszeit der Jungen mit Scheinangriffen attackiert.

Literatur:
Glutz von Blotzheim, Bauer & Bezzel, Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 7, Charadriiformes, Teil 2.
Versluys, Engelmoer, Blok en van der Wal, Vogels van Ameland, Leeuwarden.



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