Marmelente

Marmelente (Marmaronetta angustirostris)

Familie: Enten (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00127

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Mit 39- 42 cm Körpergröße ist die sandfarbene Marmelente nur wenig größer als Krick- und Knäkente. Von manchen Autoren wird die Marmelente auch zu den Gründel- oder Schwimmenten gestellt und manchmal sogar in die Gattung Anas.

Marmelenten sind ausgesprochen fleckenhaft verbreitete und seltene Enten. Sie brüten in Europa nur in Andalusien sowie in geringer Anzahl in der Camargue. Verstreute Vorkommen gibt es rings um das Mittelmeer; so brüten diese Enten in Teilen Tunesiens, Marokkos und früher auch in Teilen Ägyptens sowie auf den Kanarischen Inseln. In Asien ist die Marmelente von Tadschikistan durch Usbekistan südwärts bis Nordiran und bis Afghanistan verbreitet. Fast überall geht die Marmelente in ihrem Bestand zurück, nur in Marokko und Spanien gibt es örtlich wieder anwachsende Populationen. In Mitteleuropa beobachtete Marmelenten dürften wohl sämtlich aus der Gefangenschaft entflohen sein, denn diese Ente ist ein beliebter Parkvogel.

Marmelenten brüten bevorzugt an seichten und kleinen Teichen und Tümpeln sowohl auf Süß- als auch auf Brackwasserseen. Diese können zeitweise trocken fallen, sollten aber sonst immer offene Wasserflächen bieten und dichten, zum Versteck geeigneten Pflanzenbewuchs. Die Nester befinden sie immer gut versteckt in dichtem Gestrüpp oder in Binsen, Schilf oder Grashorsten. In Spanien brüten Marmelenten aber auch auf Grasdächern von Hütten.

Nur das Weibchen bebrütet die Eier; das Gelege besteht oft aus sehr vielen Eiern, meistens sind es mehr als zehn. Offenbar legen auch häufig mehrere Weibchen ihre Eier in ein Nest zusammen ab. Marmelenten brüten nur einmal im Jahr, die Brutperiode fängt sehr spät an, in der Regel erst im Mai oder Juni. In Gefangenschaft schlüpfen die Küken nach 25 Tagen. Marmelenten nehmen ihre Nahrung schwimmend auf, indem sie die Wasseroberfläche durchschnattern, aber auch tauchend und gründelnd. Selbst am Ufer und abseits davon, z.B. in Getreidefeldern, suchen sie nach Nahrung.

Die Vögel sind auch während der Brutzeit gesellig, bilden sogar bei entsprechender Siedlungsdichte regelrechte Brutkolonien . Nach der Brutsaison können oft große Schwärme von Marmelenten auf den bevorzugten Gewässern versammelt sein. Marmelenten sind Zugvögel, die beispielsweise in Südspanien und Marokko überwintern. Die russischen Populationen überwintern im Iran. An den nördlichen Brutplätzen in Südrussland treffen die Marmelenten zwischen Ende März bis Ende April wieder ein.

Marmelenten haben keine auffälligen Kennzeichen, sind schwimmend aber am besten durch den blassen Gesamteindruck, das fleckig wirkende Gefieder, den langen hellen Schwanz, den ziemlich großen und runden Kopf mit dem verwaschen dunklen Augenfleck und durch den langen und schmalen Schnabel kenntlich. Die Männchen kann man durch ein schmales graues Band vor der Spitze und am Grund des Schnabels von dem Weibchen unterscheiden.

Literatur:
Bauer und Glutz: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 2- Anseriformes (1.Teil), Wiesbaden.
Madge, Steve und Burn, Hillary: Wassergeflügel. Hamburg und Berlin.



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