Zilpzalp

Zilpzalp (Phylloscopus collybita)

Gattung Luscinia
Familie: Grasmücken (Sylviidae)
Unterordnung: Singvögel (Passeres)
Ordnung: Sperlingsvoegel (Passeriformes)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00121

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Vögel an den Stimmen erkennen zu können, ist in den Augen vieler eine Wissenschaft für sich. Um sich den Gesang des Zilpzalp einprägen zu können, muss man allerdings wirklich kein besonderes Gedächtnis für Vogelstimmen haben. Denn nicht nur der Kuckuck ruft seinen Namen, auch der Zilpzalp macht es.

Immer wieder lässt er ein monotones “zilp-zalp-zilp-zalp“ ertönen. Auch in anderen Ländern wird dieser Ruf ähnlich gedeutet und so heißt dieses Vögelchen in den Niederlanden beispielsweise Tjiftjaf. Wie man die in mäßigem Tempo eintönig wiederholten Rufe auch deutet, sie sind so prägnant, dass der volkstümliche Name Zilpzalp sich gegen den früher üblichen Namen Weidenlaubsänger durchgesetzt hat. Der Zilpzalp hat möglicherweise eine gewissen Vorliebe für Weiden, aber er ist praktisch überall anzutreffen und so allgegenwärtig, dass dies vielleicht sogar der Grund dafür ist, dass der unscheinbare Vogel von kaum jemanden wahrgenommen wird.

Zilpzalp im Baum

Schon ab Mitte März kommt das nur knapp elf Zentimeter kleine Vögelchen aus dem Winterquartier im Mittelmeerraum zurück. Lange hält es der Zilpzalp dann bei uns aus; erst im Oktober, wenn die meisten anderen Zugvögel längst weg sind, verlässt er uns in Richtung Süden. Wer so früh zurückkehrt und erst so spät abzieht, muss robust sein. Man hat sogar in den letzten jahren einzelne überwinternde Zilpzalpe bei uns festgestellt.

Der Zilpzalp ist ein rastloses, unermüdlich tätiges Vögelchen. Zählungen haben ergeben, dass er wohl fast überall in Deutschland zu den zehn häufigsten Vogelarten gehört.

Zweimal im Jahr brütet er. Sein Nest versteckt er gut in Hecken, Stauden oder in altem Gras. Aus den fünf bis sechs Eiern schlüpfen nach meist genau zwei Wochen die Jungen, die weitere zwei Wochen im Nest bleiben. Gefüttert werden die Jungen mit kleinen Spinnen, Asseln und Insekten, die die Vögel in der Bodenvegetation und in Baumkronen auflesen. Dem kleinen graubraunen Zilpzalp, der manchmal ein wenig gelblich erscheint, ist der Fitis zum Verwechseln ähnlich. Deshalb nennt man Fitis und Zilpzalp Zwillingsarten.

Andere Zwillingsarten sind Weiden- und Sumpfmeise, Garten- und Waldbaumläufer. Um diese Arten ganz sicher bestimmen zu können, muss man ihren Gesang gehört haben. Im Gesang unterscheiden sich nämlich auch die Zwillingsarten deutlich und daher kommt es auch nie zu Mischehen zwischen diesen sonst so ähnlichen Vogelarten. Aus der unmittelbaren Nähe sieht man auch, dass der Zilpzalp dunkle, fast schwarze Beine hat, während der Fitis hellere Beine besitzt.

Den Zilpzalp jedenfalls wird man im Frühjahr an seinem Ruf sicher erkennen können, wenn er uns in Parks, Gärten oder Wäldern ab März begegnet.



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