Mistbiene

Mistbiene syn. Scheinbienen - Keilfleckschwebfliege (Eristalis tenax)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung:
Zweiflügler (Diptera)
Familie:
Schwebfliegen (Syrphidae)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00120

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Die volkstümlich als Mistbiene bezeichnete Art (Eristalis tenax, Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege) war die erste Schwebfliegen-Art, die einen deutschen Namen erhielt.

Überall, auch im Gebirge, ist die Mistbiene sehr häufig und verbreitet und an fast allen Blüten zu finden. Am liebsten werden Korbblütler besucht, gefolgt von Doldenblütlern.

Mistbienen werden bis knapp 2cm groß. Ihre schwarzbraunen Augen sind unten und oben mit zwei senkrechten Haarbinden verbunden. Mistbienen haben einen schwarzbraunen Hinterleib und am zweiten Segment zwei gelbe Seitenflecken, die sich manchmal auch über das dritte Segment erstrecken. Das Weibchen hat nur auf dem 2. Segment diese gelben Flecken. Da die gelbe Zeichnung auf dem Hinterleib sehr veränderlich ist, kann die Mistbiene mit anderen Eristalis - Arten verwechselt werden.

Männchen und Weibchen der Schwebfliegen kann man leicht auseinanderhalten. Beim Weibchen sind die Augen durch die Stirn getrennt, beim Männchen stoßen die Augen zusammen. Für die Bestimmung einiger Schwebfliegenarten sind der auf dem Foto gut zu erkennende Fühler und die als Haar erscheinende Fühlerborste wichtig. Bei der Mistbiene ist diese Fühlerborste ungefiedert (im Unterschied zu anderen ähnlichen Arten, so hat Eristalis pertinax gefiederte Fühlerborsten).

Die Flugzeit der Mistbiene beginnt im März und dauert bis zum Oktober. Die Weibchen überwintern manchmal auch und können dann an warmen Wintertagen fliegen. Den Namen Mistbiene hat die Scheinbienen - Keilfleckschwebfliege erhalten, weil sich ihre Larven massenhaft in Jauchegruben und an anderen Orten mit faulendem, sauerstoffarmen Wasser entwickeln. Dort können sonst kaum andere Tiere existieren.

Die Larven haben ein bis zu 4 cm langes Atemrohr, weshalb sie auch Rattenschwanzlarven genannt werden. Sie filtern das schmutzige Wasser und tragen somit auch zur Klärung von Abwässern bei. Entsprechend ihrer Lebensweise sind Larven und Fliegen vor allem in ländlichen Gegenden an Misthaufen, an Dung, in Gärten und in Ställen zu finden.

Literatur:
Kormann, Kurt: Fauna Naturführer, Band 1: Schwebfliegen und Blasenkopffliegen Mitteleuropas, Fauna -Verlag, Nottuln.
Reichhoff-Riehm, Helgard: Steinbachs Naturführer, Insekten. Mosaik-Verlag München.
Sauer, Frieder: Sauers Naturführer, Fliegen und Mücken nach Farbfotos erkannt, Fauna - Verlag, Karlsfeld.



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