Elster

Elster (Pica pica)

Familie: Krähen (Corvidae)
Unterordnung: Singvögel (Passeres)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Klasse: Vögel (Aves)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00112

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Elstern brüten in ganz Europa und gehören bei uns zu den bekanntesten, aber auch zu den verhasstesten Vögeln. Der unverwechselbare, hübsche, schwarzweiße Vogel mit dem auffällig langen metallisch glänzendem Schwanz und seinen schackernden Rufen ist nämlich wie seine gesamte Rabenvogelverwandtschaft ein erfolgreicher Nestplünderer. Elstern werden 45 cm lang, die Hälfte davon entfällt auf den Schwanz.

Ursprünglich war die Elster ein Vogel der offenen Kulturlandschaft, doch wurde sie zunehmend auch in unseren Dörfern und Städten heimisch, wo der clevere Vogel Verfolgung nicht zu befürchten braucht. In unseren Gärten finden Elstern zudem viel Nahrung und nirgendwo ist es für sie leichter als hier Gelege zu plündern. Die häufigen Amseln beispielsweise können ihre Nester aus Mangel an Versteckmöglichkeiten oft kaum verbergen und so werden ihre Eier und Jungen leicht zur Beute der Elstern. Auch am Rande von Autobahnen brüten Elstern besonders zahlreich, weil die Vögel hier ihre Ruhe haben und nicht gejagt werden.

Elster im Flug

Es ist allerdings Unsinn, der Elster die Schuld am Rückgang verschiedener Singvogelarten zu geben. Strukturierte, abwechslungsreiche Landschaften bieten nämlich sowohl Elstern als auch Singvögeln ideale Lebensbedingungen. Gerade dort, wo es besonders viele Elstern gibt, gibt es meistens auch besonders viele Singvögel und Singvogelarten.

Außer von Jungvögeln und Eiern leben Elstern von Insekten, von Feldmäusen, von überfahrenen Tieren, von Aas im allgemeinen, Getreidekörnern und anderen Pflanzensamen sowie dem, was sie als Allesfresser sonst noch alles finden.

Elstern bauen ihre kugeligen, umfangreichen Reisignester in hohen Hecken und in Einzelbäumen. Die Nester haben einen seitlichen Einschlupf und halten jahrelang, weil die Erbauer eine bis zu 4 cm dicke Lehmschicht in den Nestboden einarbeiten. Oft sieht man Elsternester schon von Weitem. Jäger schossen früher häufig von unten mit Schrot durch die Nester, um die Elster mitsamt ihrer Brut zu vernichten. Heute ist derlei Praxis zum Glück verboten, zumal nicht nur die Elster Opfer wurde, sondern z.B. auch die Waldohreule, die gern in verlassenen Elsternestern brütet.

Elster auf Steinen

Fünf bis sieben Eier werden in der Regel gelegt, aus denen die Jungelstern meist Anfang Mai nach dreiwöchiger Bebrütung schlüpfen. Die Jungen werden von beiden Eltern, die in Dauerehe zusammenbleiben, gefüttert und sind nach spätestens vier Wochen selbstständig. Elstern brüten nur einmal im Jahr und bleiben als Standvögel im Winter bei uns. Habicht und Wanderfalke sind neben dem Menschen die gefährlichsten Feinde der Elstern.



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