Kormoran

Kormoran (Phalacrocorax carbo)

Familie: Kormorane (Phalacrocoracidae)
Ordnung: Ruderfüßler (Pelecaniformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00109

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Kormorane sind Schwimmtaucher, die mit ihrem hakig gebogenen Schnabel Fische im Tauchen ergreifen. Im Unterschied zu Enten und anderen Wasservögeln wird beim Kormoran das Gefieder beim Tauchen nass. Deshalb nehmen die Kormorane nach jedem Aufenthalt im Wasser für kürzere oder längere Zeit eine charakteristische Trockenhaltung ein. Beim Tauchen rudern Kormorane nur mit den Füßen und halten diese dabei dicht zusammen, so dass sie als einheitliches Ruder wirken. Mit dem Schwanz steuern sie. Die Flügel werden unter Wasser leicht abgewinkelt.

Kormoran im Baum

Zusammen mit dem Basstölpel und den Pelikanen gehören Kormorane zur Ordnung der Ruderfüßler und zusammen mit Krähenscharben und Zwergscharben bilden sie die Familie Kormorane.

Kormorane sind auf fünf Kontinenten verbreitet, werden mit 90 cm etwa gänsegroß und haben eine Flügelspannweite von 145 cm. Sie nisten gewöhnlich in größeren Kolonien und schlafen auch im Winterhalbjahr gern gesellig in Schlafbäumen. Auch auf Jagd gehen sie oft gemeinsam.

Kormoran landet

Kormorane wurden vom Menschen seit alters her erbittert verfolgt und zwar aus drei Gründen: Sie sind Fischjäger und somit Nahrungskonkurrenten des Menschen, sie bringen ihre Nistbäume in wenigen Jahren durch ihren scharfen Kot zum Absterben und dort wo sich Kormorane ansiedeln, entstehen schnell große Kolonien von manchmal mehr als tausend Paaren.

Zeitweilig waren Kormorane durch menschliche Verfolgung nicht nur in Deutschland vom Aussterben bedroht. Noch in den 80er Jahren stand es sehr schlecht um sie. Seit Einstellung der intensiven Verfolgung haben sich die Bestände in Mitteleuropa erfreulich erholt und es werden mittlerweile schon wieder Rufe nach Reduzierung dieser Art laut werden.

Der tägliche Nahrungsbedarf eines Kormorans liegt bei etwa 400 bis 500 Gramm, so dass eine große Kormorankolonie Fischern schon erheblichen wirtschaftlichen Schaden zufügen kann.

Kormorane kommen in erster Linie an Binnenseen und großen Flüssen vor. In der näheren Umgebung sollten Wälder oder zumindestens einige hohe Baumgruppen vorhanden sein. Mit Vorliebe siedeln Kormorane in schon bestehenden Graureiherkolonien und besiedeln besonders die am höchsten in den Baumkronen stehenden Horste. Mitunter werden die Reiher sogar von den Kormoranen verdrängt.

Kormorane brüten nur einmal im Jahr. Es kann nach Störungen und Verlust des Geleges zu einem Nachgelege kommen. Meistens werden 3-4 Eier in einem Abstand von 2-3 Tagen gelegt. Die Brutdauer beträgt 23-24 Tage. Etwa sieben Wochen beträgt die Nestlingszeit der Jungen. Deren Füße entwickeln sich rasch und die Jungen können schon vorzeitig auf dem Horstbaum herumklettern. Mit zwei Monaten sind sie dann voll flugfähig und nach einem weiteren Monat sind sie selbstständig.

Erst im Alter von gut drei Jahren werden die Jungen geschlechtsreif. Der älteste Ringvogel wurde im Alter von 18 Jahren und 8 Monaten erlegt.

Literatur:
Bauer und Glutz: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 1, Wiesbaden.
Stern, Horst u.a.: Rettet die Vögel, München.



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