Saatgans

Saatgans (Anser fabalis)

Gattung: Gänse (Anser)
Familie: Enten (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00108

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Die Saatgans kommt in mehreren Rassen vor, die sich vor allem in der Schnabelzeichnung unterscheiden. Eine Rasse der Saatgans brütet im nördlichen Skandinavien, eine andere in der arktischen Tundra Russlands. Auch die Kurzschnabelgans Anser brachyrhynchus wird vielfach als Rasse von der Saatgans Anser fabalis betrachtet, da aber im Verhalten auffällige Verschiedenheiten bestehen, wird der Kurzschnabelgans von Bauer und Glotzheim im Handbuch der Vögel Mitteleuropas Artstatus eingeräumt.

Saatgänse leben in ihrer Brutheimat im aufgelockerten Nadelwald, besonders in der Nähe von Seen in den größeren Flussniederungen, aber auch an abgelegenen Bächen und seltener sogar weitab von Gewässern. Zwischen Mitte und Ende Mai besetzen Saatgänse ihr Brutterritorium. Das Nest wird auf trockenen, niedrigen Erhebungen angelegt. Im Schnitt werden 4-6 Eier gelegt, aus denen die Jungen nach 27-29 Tagen schlüpfen. Wenn ein Gelege zerstört wird, kommt es wohl nicht zu einem Nachgelege. Die Jungen werden mit zwei Monaten voll flugfähig und bleiben bis zur nächsten Brutperiode –also auch in Winterquartier – im Familienverband. In der ersten Septemberhälfte ziehen die Gänse aus dem Brutgebiet ab und fliegen nach Mitteleuropa. Dort benötigen sie ausgedehnte Wiesen- und Ackerflächen und einen sicheren Rast- und Schlafplatz. Besonders gern schlafen Saatgänse auf dem offenen Wasser. Der Abstand zwischen den Weideflächen und dem Schlafplatz kann 15 km und mehr betragen.

Saatgans nah

Saatgänse fressen im Winter gern auf Kleefeldern, sie mögen aber auch Wintersaaten und weiden auch auf moorigen Wiesen und Viehweiden. Salzige Wiesen an den Küsten meiden sie im Unterschied zu anderen Gänsearten aber.

Am Unteren Niederrhein überwintern zwischen Emmerich und Wesel jedes Jahr einige Tausend Saatgänse. Ihre Zahl ist jedoch gering im Vergleich zu den großen Scharen überwinternder Blässgänse.

Früher dagegen war die Saatgans die häufigste Gans am Niederrhein. Auch woanders wurden wesentliche Veränderungen in den Überwinterungsquartieren festgestellt, es kam zu Verschiebungen des winterlichen Verbreitungsbildes.

Als gefährdete Art gilt die Saatgans aber noch nicht, keine ihrer Populationen scheint ernsthaft bedroht zu sein. Man schätzt ihren Gesamtbestand in Europa anhand von Winterzählungen auf etwa 200.000 Exemplare.

Saatgans im Flug

Saatgänse sind große Gänse, deutlich größer als Blässgänse. Allerdings sind Körpergröße (Saatgänse werden 66 – 84 cm groß), Schnabelfärbung und –form individuell und geographisch sehr verschieden. So kann die Schnabelfärbung fast ganz schwarz bis weitgehend orange sein. Saatgänse wirken etwas schlanker als Graugänse. Die Beinfarbe ist orange (ausnahmsweise auch mattfleischfarben), der Schnabel ist lang und schlank. Von Bläss- und Graugans unterscheidet sich die Saatgans durch den dunkleren Kopf. Doch ist es schwierig die Gänsearten zu unterscheiden, wenn man sie nur aus der Ferne sieht und das Licht schlecht ist , selbst wenn man ihre genauen Merkmale in Tierparks und Zoos studiert hat und kennt. Jedenfalls sollte man bei Gänsen immer auf die Schnabel- und Beinfarbe besonders achten. Man kann die Gänse auch gut an ihrem Flugruf voneinander unterscheiden. Saatgänse sind längst nicht so ruffreudig wie Blässgänse. Ihr Ruf ist laut und trompetend, meistens zweisilbig und klingt wie „kajak“ oder „kaiah“. Im Flug erscheinen Saatgänse groß, dunkel und langhalsig. Ihre Flügel sind dunkler als die anderer grauer Gänse.

Literatur:
Bauer und Glutz: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 2, Wiesbaden.
Madge, Steve und Burn, Hilary: Wassergeflügel, Parey-Hamburg.
Grzimeks Tierleben, Band 7, Vögel 1, DTV- München.



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