Nilgans

Nilgans (Alopochen aegyptiacus)

Familie: Enten (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00107

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Die Nilgans (Alopochen aegyptiacus) ist der häufigste Wasservogel Afrikas und ist in Europa schon lange ein beliebter Parkvogel. Auch als Wildvogel kann die Nilgans als eingebürgert gelten. Vor allem der Bestand in den Niederlanden ist gesichert und nimmt von Jahr zu Jahr mehr zu. Im Jahre 1994 wurden dort 1350 Brutpaare geschätzt, Tendenz weiter steigend! In Verbindung zum niederländischen Vorkommen wächst auch der Bestand in Nordrhein-Westfalen kontinuierlich. Dort ist die Nilgans außerhalb der Mittelgebirge mittlerweile in fast allen Städten und Gemeinden als Brutvogel nachgewiesen worden, Schwerpunkt der Verbreitung ist der Niederrhein.

Nilgans Paar

Im tropischen Afrika kommen Nilgänse an den unterschiedlichsten Gewässern von Bächen bis zu sehr großen Seen vor. Genauso anpassungsfähig zeigen sich Nilgänse jetzt auch in NRW, wo sie in Bergsenkungsgewässern und Feuchtwiesen, in Bach- und Flussauen, an Baggerseen und Kiesgruben, an Fisch- und Parkteichen, in Rieselfeldern und an Talsperren vorkommen. Auch bei der Wahl des Neststandortes sind Nilgänse nicht wählerisch und nisten mal direkt am Boden und mal auf Bäumen, aber meistens nicht weit vom Wasser entfernt. Von Landwirten angelegte Mieten sind willkommene Nahrungsquellen und eine der Hauptursachen der erfolgreichen Ansiedlung in den letzten Jahren, da diese auch in Notzeiten Nahrung bieten. Zur Hauptnahrung der Nilgänse gehören Gräser, daneben werden Getreidefelder regelmäßig aufgesucht. Parkvögel fressen wie Stockenten auch Brot. Selbst strenge Winter wie 1995/96 und 1996/97 konnten den Nilgansbestand nicht negativ beeinflussen. Aufgrund der hohen Nachwuchsrate ist zu erwarten, dass Nilgänse sich noch weiter ausbreiten und irgendwann flächendeckend in den Tieflagen unseres Landes brüten werden.

Nilgans schwimmt

Nilgänse gehören wie Rost- und Brandgänse zu den Halbgänsen und leben während der Brutzeit streng territorial. Dann dulden sie keinerlei andere Entenverwandte in ihrer unmittelbaren Nähe. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich nicht. Der allgemeine Farbeindruck ist gelblichbraun, doch von Nahem betrachtet ist diese Halbgans recht bunt. Auffällig sind die bemerkenswert langen rosa Beine.

Die Oberseite des Gefieders ist dunkel grau- bis rotbraun. Der Kopf ist hell. Augenfleck, Halsring und Bauchfleck sind schokoladenbraun. Die weißen Flügeldecken sind mitunter als Streifen über den Flanken sichtbar. Junge Nilgänse sind dunkler und haben noch keinen Gesichts- und Bauchfleck, aber einen dunklen Nacken und Oberkopf.

Im Flug kann man Nilgänse sofort am kontrastreichen Flügelmuster mit den schwarzen Schwingen und weißen Flügeldecken erkennen. Nilgänse werden etwa 63- 73 cm groß und wiegen zwischen 1940 Gramm (Weibchen) und 2445 Gramm (Männchen). Sie sind wenig ruffreudig, aber bei sozialen Kontakten oft recht laut. Das heisere Zischen der Männchen hört man recht weit wie auch das schrille, fast schmetternde Schnattern der Weibchen. Im allgemeinen sind Nilgänse recht scheue und wachsame Vögel; ihr Flug ist mehr gänse- als entenartig.

Nilgans Flug

Literatur:
Bauer und Glutz: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 2, Wiesbaden.
Madge, Steve und Burn, Hilary: Wassergeflügel, Parey-Hamburg.
Grzimeks Tierleben, Band 7, Vögel 1, DTV- München.
Charadrius- Zeitschrift für Vogelkunde, Vogelschutz und Naturschutz in Nordrhein- Westfalen, Heft 1, 1999.



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