Kohlmeise

Kohlmeise (Parus major)

Familie: Meisen (Paridae)
Unterordnung: Singvögel (Passeres)
Ordnung: Sperlingsvoegel (Passeriformes)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00106

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Unermüdlich fliegen Kohlmeisen im Winter die verschiedensten Futterstellen an. Erdnüsse sind ganz besondere Leckerbissen für sie und mit ihrem Schnabel behämmern sie die im Netzchen dargebotenen Nüsse. Kein Zweifel, selbst bei Frost und Kälte leiden Kohlmeisen keine Not, denn im Winter wird ihnen fast überall von freundlichen Menschen reichlich Nahrung angeboten.

Die Fürsorge des Menschen geht aber noch weit darüber hinaus. Viele Gartenbesitzer hängen Nistkästen in die Bäume und sorgen für ein großes Wohnungsangebot für unsere heimischen Meisen. Dieses reichhaltige Angebot an künstlichen Nisthöhlen ist für die Höhlenbrüterin Kohlmeise eine zwingende Voraussetzung, um die hohe Siedlungsdichte in Städten und Dörfern zu erreichen, die sie in Deutschland zu einer der fünf häufigsten Vogelarten hat werden lassen. Schon im Herbst teilen sich die Kohlmeisen die Reviere in ihrem Lebensraum vorläufig ein und leben dann friedlich in gemischten Meisenschwärmen zusammen. Im März legen sie dann ihre endgültigen Brutreviere fest. Diese liegen meistens um Nistkästen herum, denn in diesen schlafen die Meisen auch im Winter.

Kohlmeise

Die winterliche Schlafhöhle des Weibchens wird dann meistens zur Bruthöhle im Frühjahr, in der das warme Nest, das zum Großteil aus Moos besteht, angelegt wird. Das Nest ist ein Napf, der mit Tierhaaren und Wolle fein ausgelegt wird. Natürlich nisten Kohlmeisen nicht nur in Nistkästen. In Städten finden sie aber kaum natürliche Baumhöhlen und können dann außer in Nistkästen an recht originellen Plätzen ihr Nest bauen, z.B. in Ampelanlagen, Betonsockeln, verstopften Regenrinnen oder in Briefkästen. Auch wenn Kohlmeisen in den menschlichen Siedlungsbereichen zu vielen Paaren brüten, ist dort ihr Bruterfolg geringer als in anderen Lebensräumen. Dafür sorgt vor allem das geringere Nahrungsangebot, das den Kohlmeisen als Insektenfressern im Frühjahr zur Verfügung steht.

Bevor die Kohlmeise verstädterte, war sie ein Waldbewohner, der auch heute noch in allen Waldtypen vorkommt. In Laubwäldern ist sie aber häufiger als in Nadelwäldern. Bis zu zwei Dutzend Junge- Kohlmeisen brüten bei uns meist zweimal hintereinander und legen 5- 12 Eier - kann ein Pärchen im Jahr aufziehen und selbst Sperber, Eichhörnchen und Katzen schaffen es nicht, eine Überbevölkerung zu verhindern, die von Zeit zu Zeit bei Kohlmeisen vorkommt. Wenn es soweit ist, wandern meistens die Jungvögel in Scharen in andere Teile Europas aus. Massenwanderungen treten in manchen Jahren auch bei nördlichen Vögeln auf, die dann Richtung Süden ziehen.

Kohlmeisen werden etwa 14 cm lang und wiegen 16-21 Gramm. Sie haben einen schwarzen Kopf mit weißen Wangen (Jungvögel haben im ersten Sommer noch gelbliche Wangen ohne untere schwarze Begrenzung) und eine gelbe Unterseite mit schwarzem Mittelstreif. Dieser Mittelstreif ist bei Männchen breiter und ausgeprägter und tiefer schwarz als bei Weibchen.

Kohlmeisen sind über ganz Europa verbreitet und haben darüber hinaus auch außerhalb Europas noch ein sehr großes Verbreitungsgebiet.

junge Kohlmeisen

Sie leben im ganzen Waldgürtel Nordasiens bis hin nach Japan. Östlich des Kaspischen Meeres überschneiden und mischen sich zwei Kohlmeisen- Unterarten, die grüngelbe Parus major major und die grauweiße Parus major cinereus. In China kommt eine Unterart Parus major minor vor, die sich mit P.m. cinereus mischt. In Zentralasien lebt eine weitere Form, Parus major bokharensis die sich zwischen die nördlichen und südlichen Unterarten schiebt.



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