Bergente

Bergente (Aythya marila)

Gattung: Tauchenten (Aythya)
Familie: Enten (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00105

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Bergenten gehören zur Gattungsgruppe der Tauchenten. Tauchenten unterscheiden sich durch ihren kurzen, gedrungenen Körperbau und ihre weit am Körperende angesetzten Beine von den Schwimmenten. Der Schwanz wird tief getragen und liegt beim Schwimmen im Wasser. Tauchenten haben große Füße und einen Lappen an der Hinterzehe. Die Flügel sind kurz und spitz und die relativ schweren Vögel (Bergenten-Erpel wiegen etwa 1000, die Weibchen rund 900 Gramm) müssen vor dem Fliegen erst eine kurze Strecke laufend und flatternd über die Wasseroberfläche einen Anlauf nehmen, ehe sie sich in die Luft erheben können. Einmal in der Luft sind Tauchenten allerdings recht gewandte Flieger.

Der Erpel der Bergente ähnelt dem Reiherentenerpel, doch haben Bergenten keinen Federschopf und keinen schwarzen, sondern einen grauen Rücken. Bei entsprechendem Lichteinfall glänzt der Kopf des Erpels grün. Das Weibchen unterscheidet sich durch einen sehr breiten weißen Ring am Schnabelgrund vom Reiherenten-Weibchen. Von Nahem ist auch das rundere Kopfprofil und der größere Schnabel mit der breiteren Spitze ein Kennzeichen der Bergente.

Bergenten sind hochnordische, weitgehend marine Tauchenten, die auf der Nordhemisphäre zirkumpolar verbreitet sind. Das Brutgebiet der Unterart Aythya marila marila reicht von Skandinavien ostwärts bis zur Lena und das Brutgebiet der etwas kleineren Unterart A. m. mariloides von der Lena über das arktische Nordamerika bis Labrador. Ausnahmsweise brüten Bergenten auch in Mitteleuropa, so neuerdings in wenigen Paaren in Schleswig-Holstein. Bergenten halten sich an Seen und Teichen in der Tundra und in der Waldtundra auf. Ihr Nest bauen die Bergenten auf dem Boden nahe am Wasser. Während die Weibchen brüten, versammeln sich die Männchen zur Mauser. Die Brutperiode beginnt im Mai und endet im Juli.

Bergenten nehmen mehr tierische Nahrung zu sich als alle anderen Tauchenten und leben überwiegend von Muscheln und Schnecken. Kleine Fische spielen in der Ernährung nur eine untergeordnete Rolle. Junge Bergenten ernähren sich größtenteils von Insekten, die sie aus der Luft fangen oder von der Wasseroberfläche aufnehmen. Daneben nehmen Bergenten die Samen verschiedener Wasserpflanzen zu sich und in sehr geringem Maße auch Sprossen und Blätter von Wasserpflanzen.

Die Vögel sind sehr gesellig und in Island brüten Bergenten stellenweise sogar in richtigen Kolonien. Manchmal schließen sich auch Junge führende Weibchen zusammen und betreuen gemeinsam die Kinderschar.

Im Winterhalbjahr halten sich diese Tauchenten ausschließlich auf dem Meer auf. Sie bevorzugen geschützte Wattgebiete und flache Buchten sowie Flussmündungen. Große Scharen (bis zu 160.000 Vögel) überwintern vor allem in den Niederlanden. Hauptüberwinterungsgebiet ist dort das Ijsselmeer. Der nordeuropäische Gesamtbestand wird auf rund 200.000 Vögel geschätzt, der nordamerikanische Bestand auf 750.000. Unbekannt sind die ostasiatischen Winterbestände, die aber recht beachtlich sein dürften.

Literatur:
Bauer und Glutz: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 2, Wiesbaden.
Madge, Steve und Burn, Hilary: Wassergeflügel, Parey-Hamburg.
Grzimeks Tierleben, Band 7, Vögel 1, DTV- München.



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