Zwergsäger Männchen

Zwergsäger (Mergus albellus)

Gattung: Säger (Mergus)
Familie: Enten (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00104

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Drei Sägerarten kommen in Europa vor: Gänse-, Mittel-, und Zwergsäger. Alle drei Säger haben einen stromlinienförmigen Körper und einen dünnen Schnabel, der wie ein Säge gezähnt ist. Zudem ist der Schnabel noch mit einem scharfen gebogenen Nagel versehen. Solch ein Schnabel eignet sich hervorragend zum Fangen und Festhalten von schlüpfrigen Fischen, die die Säger unter Wasser schwimmend erbeuten. Säger sind also auf Fischnahrung spezialisierte Tauchenten. Wie nahe der Zwergsäger mit der Schellente verwandt ist, kann man daran erkennen, dass beide untereinander bastardisieren.

Männchen und Weibchen des Zwergsägers unterscheiden sich deutlich im Gefieder. Das Prachtkleid des Männchens ist weiß mit feinen schwarzen Strichen. Das Männchen hat noch einen schwarzen Gesichtsfleck und eine aufrichtbare Federhaube. Zwergsägerweibchen dagegen sind schlicht braun gefärbt.

Zwergsäger Weibchen
Zwergsäger Weibchen

Mit 42 cm Körpergröße sind Zwergsäger nur etwa so groß wie Reiherenten. Die Vögel liegen beim Schwimmen tief im Wasser, wobei der Schwanz unsichtbar wird. Zwergsäger können ohne Anlauf von der Wasseroberfläche auffliegen. Sie fliegen mit sehr schnellen Flügelschlägen.

Zwergsäger brüten im hohen Norden Europas. Das Brutgebiet umfasst die gesamte Taiga von Nordschweden quer durch Sibirien bis an die Küste des Pazifik. Im äußersten Westen der Verbreitung und im äußersten Osten kommen Zwergsäger nur in geringer Zahl vor. Häufige Brutvögel sind Zwergsäger aber nirgendwo, denn sie benötigen als Höhlenbrüter Bäume und das Angebot an Brutbäumen ist im Brutgebiet nur beschränkt. Meistens halten sich Zwergsäger an fischreichen Seen und langsamen Flüssen auf. Ende Mai beginnen sie immer in Waldnähe mit der Brut. 6-9 Eier legen die Weibchen in der Regel und nach 30 Tagen schlüpfen die Jungen, die mit zehn Wochen flügge sind.

Zwergsäger

Im Sommer ernähren sich diese kleinen Tauchenten außer von Fischen auch noch von Wasserinsekten und nehmen als Beikost Frösche, Krebse, Würmer und Pflanzenteile auf.

Als Zugvögel verlassen die Zwergsäger im Herbst ihre angestammte Brutheimat. Sie überwintern im östlichen Europa auf geschützten Küstengewässern der südlichen Ostsee und des Schwarzen und Kaspischen Meeres. Die Schwerpunkte des Wintervorkommens in Mitteleuropa liegen an der mecklenburgischen Ostseeküste, in den Niederlanden im Ijsselmeergebiet und in Nordrhein-Westfalen am Unteren Niederrhein. An den Binnengewässern in Nordrhein Westfalen treten sie in lockeren Trupps auf.

Es ist nicht bekannt, wie hoch der Weltbestand des Zwergsägers ist. Der Winterbestand in den westlichen Gebieten wurde in den 70er Jahren auf etwa 75.000 Vögel geschätzt.

Literatur: Bauer und Glutz: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 2, Wiesbaden.
Madge, Steve und Burn, Hilary: Wassergeflügel, Parey-Hamburg.
Grzimeks Tierleben, Band 7, Vögel 1, DTV- München.



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Zwergsäger

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