Sichelente (Anas falcata)

Gattung: Schwimmenten (Anas)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00096

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Fast stockentengroß ist die Sichelente, eine auffallend schöne Ende aus dem ostasiatischen Raum. Diese Ente hat einen schlanken Schnabel, einen runden Oberkopf und einen kurzen Schwanz. Das Männchen ist im Prachtkleid unverkennbar: Es hat einen grauen Körper, einen dunklen, grün schillernden Kopf und eine eng anliegende, große Mähne. Die Unterschwanzdecken sind teils gelblich, teils schwarz, die Kehle ist weiß. Im Prachtkleid sind nicht nur die bunten Farben ein besonderer Schmuck des Erpels, sondern auch die abwärts gebogenen Ellbogenfedern. Die tarnfarbig braunen Weibchen der Sichelente können leicht mit anderen Entenweibchen verwechselt werden, vor allem mit der Schnatter-, Pfeif- und Spießente, doch ist das Spießentenweibchen weit schlanker und hat einen langen Hals und Schwanz, doch hat die Schnatterente gelbliche und keine grauen Beine und hat das Pfeifentenweibchen einen kürzeren Schnabel. Die Sichelente ist eine Gründelente, die sich überwiegend pflanzlich ernährt und schwimmend die Oberfläche des Wasser nach Nahrung durchschnattert oder gründelt. Sie hält sich vorwiegend am Rande von Röhrichtsgürteln auf, weidet manchmal aber auch auf Gras- oder Ackerland und hat eine Vorliebe für Grassamen.

Die gemäßigten Teile Ost- und Mittelsibiriens sind das Brutgebiet der Sichelente. Südwärts reicht es bis Nordkorea und in die bewaldeten Bereiche der nördlichen Mandschurei und der östlichen Mongolei.

Im Süden und Osten der früheren Sowjetunion ist die Sichelente wahrscheinlich noch recht häufig, allerdings weiß man nur wenig über sie. Bedroht scheint die Art aber nicht zu sein. In Mitteleuropa ist die Sichelente ein seltener Irrgast, 1839 wurde mal ein Männchen östlich des Neusiedler Sees erlegt und vier allerdings unsichere Nachweise aus dem 19. Jahrhundert gibt es aus der Tschechoslowakei. Alle anderen, nicht einmal so seltenen Beobachtungen beziehen sich wohl auf Gefangenschaftsflüchtlinge, denn Sichelenten werden gerne in Parks und Wassergeflügelsammlungen gehalten.

Im Brutgebiet besiedeln Sichelenten Feuchtgebiete in offener Landschaft, vor allem Süßwassersümpfe und sumpfige Waldflüsse. Dort legen sie ihr Nest an dicht bewachsenen Flussufern an. Es ist ein ziemlich fester Bau aus vorjährigen trockenem Gras, der mit Dunen ausgelegt wird. Das Gelege besteht aus 6 bis 10 Eiern, die Brutperiode beginnt Ende Mai. In Gefangenschaft schlüpfen die jungen Enten nach 25-26 Tagen. Auch die Männchen führen die Jungen. Im Winterquartier halten sich die Sichelenten auf dem freien Wasser großer Seen und Stauseen auf, vor allem aber in Küstennähe auf dem Meer. Sie überwintern in Japan, China, Formosa und Hinterindien.

Literatur:
Bauer und Glutz: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 2, Wiesbaden.
Madge, Steve und Burn, Hilary: Wassergeflügel, Parey-Hamburg.



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