Hornisse

Hornisse (Vespa crabro)

Familie: Faltenwespen (Vespidae)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Klasse: Insekten (Insecta)
Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00095
► mehr Hautflügler

Foto: Matthias Zimermann

„Sieben Hornissenstiche töten ein Pferd, drei einen Menschen“ heißt es im Volksmund. Doch diesmal irrt der Volksmund, denn selbst kleine Tiere wie Mäuse überstehen einen Hornissenstich unbeschadet und auch mehrere Stiche sind für Menschen nur dann gefährlich, wenn sie Allergiker sind. Allerdings sind Hornissenstiche wie Wespen- oder Bienenstiche sehr schmerzhaft. Mittlerweile gehören Hornissen bei uns zu den bedrohten Tierarten.

Hornisse Nestbau

In Europa kommen zwei Hornissenarten vor: Vespa crabro im gemäßigten europäischen Klimabereich und Vespa orientalis im Mittelmeerraum. Hornissen gehören zur Familie der Echten oder Falten-Wespen (Vespidae), die zur großen Gruppe der Hautflügler (Hymenoptera) gehören wie zum Beispiel auch die Familie der Bienen.

Hornissen mit Königin
Hier ist das Größenverhältnis zur Königin gut zu erkennen.

Hornissenweibchen sind bis 40 mm groß und somit die größten Faltenwespen und staatenbildenden Insekten unserer Fauna. Ein Hornissenstaat besteht normalerweise aus einigen hundert Tieren. Wie alle Wespenstaaten ist auch der Hornissenstaat einjährig. Im späten Herbst sterben die Arbeiterinnen und Männchen sowie die alte Königin. Nur die jungen, meist schon begatteten Weibchen überwintern in der Erde oder im morschen Holz. Sie gründen dann im nächsten Frühjahr einen neuen Staat.

Hornissen bauen ihre Nester aus zerkauten Holz (Foto ganz oben) in den Höhlen von großen Laubbäumen. Solche Höhlen sind recht selten und werden von vielen anderen Tierarten genutzt. So müssen Hornissen häufig mit viel zu kleinen Vogelnistkästen zufrieden sein oder sie nisten sich in Dachböden oder Fahrradschuppen ein. Bevorzugt tun sie das in der Nähe von Obstbaumwiesen und anderen grünen Inseln in der Landschaft mit großem Anteil an Obstbäumen. Findet man auf dem Dachboden ein Hornissennest, ist dies kein Grund zur Panik. Man kann die Nester dort lassen, denn Hornissen sind nicht angriffslustig, sondern ruhig und fluchtbereit. Nur in unmittelbarer Nestnähe gehen sie gegen Angreifer vor. Im Spätsommer ist der Hornissenstaat am größten. Folglich wird man erst dann so richtig auf diese Faltenwespe aufmerksam, kurz bevor sich ihr Staat aufzulösen beginnt. Bisweilen verirren sich Hornissen bei der Nahrungssuche auch in Wohnungen, besonders im Mai und Juni auch Königinnen. Keineswegs sollte man diese seltenen und für den Naturhaushalt so wichtigen Tiere töten.

Hornisse frisst Wespe
Foto: Matthias Zimermann

Hornissen ernähren sich von Obst, Nektar und anderen Pflanzensäften, füttern ihre Nachkommen aber mit erbeuteten Insekten und deren Larven. Auch stachelige Insekten wie Wespen (Foto oben) werden von Hornissen zahlreich erbeutet.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Hornisse

Natur-Lexikon.com