Moorente

Moorente (Aythya nyroca)

Gattung: Tauchenten (Aythya)
Familie: Enten (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00094

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Mit nur rund 40 cm Körperlänge bei einem Gewicht von etwa 600 Gramm ist die Moorente die kleinste Tauchente der Gattung Aythya, zu der auch die bekannteren Tafel- und Reiherenten gehören. Tauchenten werden so genannt, weil sie zur Nahrungssuche überwiegend ganz untertauchen. Moorenten leben von Wasserpflanzen mitsamt ihren Wurzeln, von Wasserlinsen und Algen sowie von Pflanzensamen, die auf dem Wasser treiben. Gern nehmen sie auch Mücken- und Köcherfliegenlarven auf und erbeuten Schnecken, Kaulquappen und Fröschchen

Im Brutkleid leuchtet das Gefieder des Moorentenerpels kastanienbraun. Das Weibchen ist ähnlich, aber blasser. Der Moorentenerpel hat weiß leuchtende Unterschwanzdecken. Beim Männchen ist die Iris weiß, beim Weibchen dagegen braun. Der Schnabel ist lang und grau. Diese Entenart ist recht stumm, nur während der Balz hört man vom Männchen ein leises „wiijuu“, das nur aus unmittelbarer Nähe zu hören ist. Das Weibchen ruft wiederholt hell schnarrend, fast klingelnd „karr“.

Moorente Paar

Die Moorente ist eine osteuropäische Art, die den Schwerpunkt ihrer Verbreitung in Ungarn, Bulgarien, Rumänien und der Ukraine hatte. In diesen Ländern war der bevorzugte Lebensraum der Moorente nämlich häufig: flache Steppenseen mit oft riesiger Ausdehnung. Allerdings sind solche Gewässer nicht beständig, so dass die Moorente mit dem Entstehen und Verschwinden ihrer Brutgewässer ihre Verbreitung ändern muss. So breitete sich die Moorente um die Wende ins zwanzigste Jahrhundert relativ weit nach Nordwesten aus. In Deutschland gab es in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts nur noch unregelmäßige Brutvorkommen, mittlerweile ist die Moorente ganz verschwunden.

Gleichzeitig hat diese Art auch in ihren osteuropäischen Brutgebieten dramatisch abgenommen, so dass die Moorente heute zu den am stärksten in ihren Bestand vom Aussterben bedrohten Vogelarten Europas gehört, die noch am sichersten am Neusiedler See in Österreich beobachtet werden kann. Heimisch ist die Moorente außerhalb Europas noch auf Seen und Teichen der Steppen und Halbwüsten Asiens, wo sie zu den häufigsten Entenarten gehört.

Da bei uns Moorenten aber in Parks und privaten Anlagen häufig gehalten werden, entkommen immer mal wieder welche in die Freiheit. Moorenten, die in Westeuropa beobachtet werden, sind fast immer nur Gefangenschaftsflüchtlinge.

Am liebsten halten sich Moorenten dort auf, wo der Schilfwald von Schwimmblattpflanzen abgelöst wird. Sie brüten nur einmal im Jahr und legen dann meistens 7-11 Eier. Bei frühzeitigem Gelegeverlust wird ein zweiter Brutversuch mit nur etwa 5 Eiern unternommen. In Gefangenschaft beträgt die Brutdauer rund 28 Tage. Die Jungen sind mit etwa 60 Tagen flugfähig.

Literaturhinweis:
Bauer und Glutz: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 3- Anseriformes (2.Teil), Wiesbaden.



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