Teichralle

Teichralle (Gallinula chloropus)

Familie: Rallen (Rallidae)
Ordnung: Rallen- und Kranichvögel (Gruiformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00093

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Dieser knapp rebhuhngroße, schlanke, braunschwarze Vogel ist den meisten Menschen recht vertraut. Sie nennen ihn Wasserhuhn oder Teichhuhn; doch mit einem Huhn hat der Vogel keinerlei verwandtschaftliche Beziehungen. Er gehört zur Familie der Rallen und sein korrekter Name ist deshalb Teichralle. Der markante rote Stirnfleck unterscheidet diese Ralle von der ähnlichen, aber etwas größeren Blässralle. Dort wo viele große Seen und Teiche in der Landschaft zu finden sind, ist die Teichralle weniger stark vertreten als die Blässralle, im Tiefland mit zahlreichen Kleingewässern dagegen ist sie verbreiteter.

Selbst in lebhaftester Umgebung kommt die zutrauliche Teichralle vor. Im Winter besucht sie sogar die für Singvögel eingerichteten Futterstellen der Umgebung. Wenn Teichrallen erschreckt werden, flüchten sie mit Flatterlauf zur nächsten Deckung. Auffliegen sieht man sie fast nie. In äußerster Gefahr versuchen sie in entsprechend tiefen Gewässern durch Tauchen zu entkommen. Mitunter halten sie sich dabei unter Wasser mit ihren Zehen oder dem Schnabel im Wurzelwerk der Wasserpflanzen fest und können so bis zu zwei Minuten unter Wasser verbringen.

Teichralle auf Holz

Zur Nahrungssuche halten sich Teichrallen gern auf feuchten Rasenflächen auf. Sie gehen mit gesenktem Kopf umher oder stehen lauernd, bis sich ein Regenwurm an der Oberfläche zeigt.

Deutlich kann man dann die auffällig grünen Beine und Füße mit den langen Zehen sehen. Daneben sucht die Teichralle ihre Nahrung auch schwimmend von der Wasseroberfläche oder laufend von Schwimmpflanzen auf. Durch Eintauchen des Kopfes wird auch unter Wasser Nahrung erbeutet. Durch Absuchen von Pflanzen werden Schnecken, Spinnen und Insekten erbeutet. Besonders im Winter sind Teichrallen, die auch Obst und andere pflanzliche Kost aufnehmen, in der Nahrungswahl sehr flexibel und können neben den erwähnten Futterstellen auch Abfallhaufen oder Hühnerhofe aufsuchen.

Teichrallen sind Strichvögel; in den milderen Regionen ihres Verbreitungsgebietes harren sie auch im Winter aus. Artgenossen aus nördlicheren Gebieten überwintern in Mitteleuropa, so dass die Art im Winter weit zahlreicher auftreten kann als im Sommer. In allen strengen Wintern erleiden Teichrallen dann hohe Verluste und manchmal wird der Brutbestand auf die Hälfte oder noch weniger reduziert. Durch menschliche Hilfen sind die Verluste in den Städten oft geringer als in der freien Landschaft; doch sind nach drei Jahren im allgemeinen winterliche Bestandsverluste wieder ausgeglichen.

Teichrallen legen zwischen 5 und 11 Eier, gelegentlich auch nur 2-4. Ab April bis Ende Juli oder sogar Anfang August reicht die Legezeit. Teichrallen brüten meistens mindestens zweimal im Jahr, nicht selten sogar dreimal und ausnahmsweise gar viermal. Nur 43 Tage verstreichen durchschnittlich zwischen dem Schlupf der ersten und der zweiten Brut. Die Brutdauer schwankt zwischen 17 und 24 Tagen, die Jungen schlüpfen im Abstand von bis zu einer Woche, da die Rallen manchmal schon ab dem dritten gelegten Ei zu brüten beginnen. Mit 35 Tagen sind junge Teichrallen selbständig. Oft hält die Familie dann aber noch längere Zeit locker zusammen.

teichralle mit Stockente
Größenvergleich mit der Stockente



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