Schnatterente

Schnatterente (Anas strepera)

Gattung: Schwimmenten (Anas)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00092

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Erpel

Schnatterenten sind etwas kleiner als Stockenten. Das Männchen ist dunkelgrau und hat einen helleren, oft bräunlichem Kopf. Der Schnabel ist dunkel und das Hinterende schwarz. Von Nahem erkennt man die gröbere Bänderung der Brust und die feinere von Oberseite und Flanken sowie die feine Strichelung von Kopf und Hals. Im Schlichtkleid ähnelt die Schnatterente der Stockente sehr, sie hat aber einen höheren und kleineren Kopf. Im Flug sind Schnatterenten sehr gut gekennzeichnet durch ihren auffälligen, rechteckigen weißen Spiegelfleck und den von der dunklen Brust scharf abgesetzten Bauch. Der weiße Spiegelfleck ist oft auch bei der sitzenden Ente zu erkennen und neben dem schwarzen Heck des Männchens bestes Kennzeichen der Schnatterente.

Schnatterenten bewohnen große Teile der nördlichen Erdhalbkugel und sind in Europa weit verbreitet, aber selten. Das Brutgebiet beschränkt sich auf die Niederungen. In Deutschland gibt es in Ostholstein und in Mecklenburg größere Vorkommen. Vereinzelt brüten Schnatterente auch in Friesland, in Nord-Holland und auf den Niederländischen Inseln wie zum Beispiel Ameland. Ziemlich häufig ist diese Entenart in den Masuren.

Schnatterenten brüten vorwiegend auf stark bewachsenen flachen Binnengewässern und meiden Salzwasser. Sie bevorzugen als Brutplatz möglichst trockene und dicht bewachsene Standorte; so brüten sie gern auf dichtbewachsenen Dämmen in Brennnessel-Horsten oder auf hohem Gras. Das Gelege besteht aus meistens 8-12 Eiern. Brutbeginn ist immer etwa 2-3 Wochen später als bei Stockenten. Die Jungen schlüpfen nach 26 Tagen. Nach sieben Wochen sind die Jungenten flugfähig. Sie sind mit Artgenossen sehr gesellig, schließen sich anderen Entenarten aber nur ungern an. Bis Mai und bereits vom Juli an tun sich Schnatterenten eines Brutgebietes oft zu einem einzigen Schwarm zusammen. Im Winter halten sie sich auch auf Kiesgruben und überschwemmten Wiesen auf. Sie sind sehr scheu und fliegen bei Störung weit weg. Im allgemeinen ist die Schnatterente Zugvogel und die Mehrzahl der europäischen Vögel überwintert von Bulgarien, Rumänien und den Mittelmeerländern südwärts bis Nigeria und Äthiopien. Etwa ab 1950 überwintert die Schnatterente auch zunehmend in den Niederlanden und anderen westlichen Gebieten.

Als Gründelente ernährt die Schnatterente sich vorwiegend von pflanzlicher Kost. Sprosse, Blätter und Teile von Wasserpflanzen sind ihre Hauptnahrung, auch die Samen unterschiedlicher Pflanzen nimmt sie gern auf. Der Schnabel der Schnatterente hat ein besonders feines Lamellensystem und auch wenn sie noch mehr pflanzliche Nahrung als ihre Verwandten aufnimmt, frisst sie doch in geringen Maßen auch Wasserinsekten wie Wasserwanzen, Wasserkäfer, Fliegen und deren Larven. Nur sehr selten nehmen Schnatterenten Laich von Amphibien oder Fischen, kleine Fischchen oder Lurche zu sich.

Literatur:
Bauer und Glutz: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 2, Wiesbaden.



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