Reiherente

Reiherente (Aythya fuligula)

Gattung: Tauchenten (Aythya)
Familie: Enten (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00091

► mehr Vögel


Reiherenten sind kleine Tauchenten, die etwa 43 cm lang werden und je nach Jahreszeit und Ernährungszustand zwischen 600 und 1100 Gramm wiegen. Im Brutkleid hat der schwarz-weiße Erpel einen Federschopf, der vom Hinterkopf herabhängt. Reiherentenweibchen haben diesen Federschopf ebenfalls, allerdings ist er kürzer und unauffälliger als beim Männchen. Die Weibchen sind dunkelbraun, doch helle Federn an den Seiten geben ihnen häufig ein scheckiges Aussehen. Das Auge der Reiherente ist gelb. Durch die schwarz-weiße Färbung kann man den Reiherentenerpel kaum mit anderen Enten verwechseln, nur Bergenten sehen besonders im Schlichtkleid ähnlich aus. Doch Bergenten-Erpel haben keinen schwarzen Rücken und keinen Schopf.


Nach der Stockente ist die Reiherente in weiten Teilen Deutschlands die häufigste Entenart. Besonders in den letzten Jahrzehnten nahm die Reiherente an Zahl gewaltig zu. In manchen Gegenden, besonders in Städten, sind Reiherenten so zahm, dass sie sich zusammen mit Stockenten füttern lassen. Häufig bringen sie dann Brotstücke, die ihnen zugeworfen werden tauchend in Sicherheit- als Tauchenten haben Reiherenten dadurch einen gewissen Vorteil vor den Stockenten, die als Schwimmenten nicht so gut tauchen können.

Am liebsten brüten Reiherenten an nicht besonders tiefen, schilfumstandenen Seen mit reichlich vorhandener Unterwasserflora und gleichzeitig offenen Wasserflächen. Auch träge fließende Binnengewässer mit einzelnen Inseln, die als Brutplätze dienen, mögen sie sehr. Darüber hinaus besiedeln Reiherenten aber auch tiefe und wenig von Schilf und Rohrkolben umstandene Gewässer, selbst Baggerseen, Ziegeleiteiche, Parkgewässer und Fischteiche. Sie sind nicht so anspruchsvoll wie Tafelenten, benötigen aber flache und möglichst offene Ufer.

Reiherente und Tafelenten
Reiher- und Tafelenten

Ihre Nahrung erreichen Reiherenten fast nur tauchend, vor allem fressen sie Wandermuscheln und Wasserschnecken. Auch kleine Fischchen und Kaulquappen erbeuten und verzehren sie unter Wasser. Nur ausnahmsweise gründeln Reiherenten auch in flachen Gewässern. Im Winter ernähren sie sich mehr von Samen, die auf dem Wasser treiben und von anderen Pflanzenteilen. Nicht nur im Winter passen sie sich unterschiedlichen Nahrungsverhältnissen an. Im Gefolge der Stockenten und Blässrallen verstehen es Reiherenten vorzüglich, an Futterstellen Brot aufzunehmen; Getreide und Fischabfälle verschmähen sie ebenfalls nicht und selbst vor den flinken Lachmöwen bringen sie ihren Anteil durch Tauchen in Sicherheit.

Die meisten Reiherenten sind Zugvögel; in Europa liegen die wichtigsten Überwinterungsgebiete an der westlichen Ostsee von Mittelschweden südwärts bis Dänemark, Schleswig-Holstein und Mecklenburg, dann auf den Britischen Inseln, in den Niederlanden und im westdeutschen Niederrheingebiet, um die Havelseen zwischen Potsdam und Brandenburg und in Südbayern und in der Schweiz.

Reihernete Erpel

Mindestens 13 Jahre sind Reiherenten in freier Natur schon alt geworden, im Frankfurter Zoo wurde eine Reiherente fast 19 Jahre alt. Doch ist die Jungensterblichkeit bei dieser Tauchente besonders an der Küste sehr hoch und beträgt in der ersten Lebenswoche oft 70 %. Reiherenten legen 5-12 Eier, ausnahmsweise noch mehr, am häufigsten sind Gelege mit 8-11 Eiern. Man fand auch schon Gelege, die bis zu 34 Eier enthielten. Bei dieser Entenart kommt es besonders bei hoher Siedlungsdichte nicht selten dazu, dass mehrere Weibchen ihre Eier in fremde Entennester legen.

Literaturhinweis:
Bauer und Glutz: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 3- Anseriformes (2.Teil), Wiesbaden.

Reiherente



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Reiherente

Natur-Lexikon.com