Hummel Ragwurz

Hummel-Ragwurz (Ophrys holosericea)

Familie: Orchideengewächse (Orchidaceae)
Ordnung : Orchidales
Klasse: Einkeimblättrige (Monocotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00090

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Fast nur im Südwesten Deutschlands findet man die Hummel-Ragwurz. Dort allerdings kann man sie in der Oberrheinebene noch recht häufig antreffen. Am Taubergießen beispielsweise kann man zur Hauptblütezeit im Mai und Juni Tausende dieser Pflanze an den Rheindeichen bewundern. Neben der Hummel-Ragwurz sind hier auch die anderen vier ( oder je nach Autor fünf) Ragwurzarten vertreten, die man in Deutschland finden kann.

Hummel-Ragwurz Wiese

Alle Ragwurzarten sind Meister der Täuschung. Sie haben Blüten, die gewissen Insekten ähneln und zwar so sehr, dass auch die Männchen dieser Arten der gleichen Auffassung sind. Neben der Ähnlichkeit ihrer Blüten bieten die Pflanzen den kurzsichtigen Insekten aber auch noch einen Duftstoff an, der dem Sexuallockstoff der Weibchen ziemlich ähnelt. Das Männchen geht der Orchidee jedenfalls auf den Leim, d.h. es setzt sich auf die Blüte und kommt dabei mit einer Klebscheibe in Kontakt, an der die Pollinen hängen. Natürlich merkt das Männchen nach einer Weile, dass es keinem Weibchen aufgesessen ist, fliegt mit den Pollinen ab, lässt sich aber gleich von der nächsten Orchideenblüte wieder betören, landet und sorgt so für die Bestäubung der Art. Die Pflanze versteht es also, Insekten für ihre Zwecke einzuspannen.

Die Hummel-Ragwurz wächst auf trockenwarmen Wiesen und auf Ödland, fast immer auf Kalk. Die Variabilität der Blüten ist unglaublich groß. Manche Blüten gleichen anderen kaum noch. Dazu kommt noch, dass die Ragwurzarten untereinander bastardisieren, sodass die Bestimmung nicht immer leicht fällt.

Beschreibung:
Die Pflanzen werden 10-50 cm hoch, haben vier bis sieben Laubblätter, die am Grunde rosettig gehäuft und bläulichgrün sind. Nach oben hin tragen sie ein bis zwei stängelumfassende Hochblätter; der Blütenstand ist verlängert, bis 20 cm lang, locker, 2-10blütig. Die Blüten sind recht unterschiedlich in Form, Farbe und Größe. Die Sepalen sind länglich eiförmig, stumpf, 9-13 mm lang, meist weißlich oder rosa, mit grünen Mittelnerven, abstehend bis leicht zurückgeschlagen. Die Petalen sind dreieckig, selten lanzettlich, 2-7 mm lang, dicht behaart, meistens etwas dunkler als die Sepalen getönt. Die Lippe ist eiförmig bis fast quadratisch, 9-16 mm lang, 10-22 mm breit, ganzrandig, nur selten schwach dreilappig, ziemlich flach, in der Mitte etwas gewölbt, am Grund meistens mit Höckern, bis zu 3 mm lang, vorne mit einem breiten, gelblichgrünen, aufwärts gerichtetem Anhängsel, in der Mitte samtartig, an den Rändern und über dem Anhang dichter und länger behaart, hellbraun bis dunkelbraun. Die Zeichnung auf der Lippe ist sehr unterschiedlich, sie ist grünlichgelb bis bräunlich, kahl und heller gerändert.

Literatur:
Baumann, Helmut und Künkele, Siegfried: Die wildwachsenden Orchideen Europas, Kosmos-Verlag, Stuttgart 1982.



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